Niedersachsen: Landesjagdbericht 2018/2019 veröffentlicht

Landesjagdbericht 2018/2019 veröffentlicht

„Sicher spielt hier auch der Wolf eine Rolle – durch ihn ist das Muffelwildvorkommen in der Göhrde nahezu gänzlich erloschen“

Niedersachsens Jagdstrecke: Nutria-Rekord (+33 %), Rückgang bei Schwarzwild (-20 %) und Damwild (-25 %), aber Zunahme bei Reh- (+5 %) und Rotwild (+1 %).

, so Dammann-Tamke weiter.

Hochsitz im herbstlichen Wald (Foto: Cydonia)
Hochsitz im herbstlichen Wald (Foto: Cydonia)
Der Landesjagdbericht „Wild und Jagd“ 2018/2019 
Der Landesjagdbericht „Wild und Jagd“ 2018/2019 

Mit 32.357 Tieren im Jagdjahr 2018/19 liegt die Nutriajagdstrecke in Niedersachsen 33 Prozent über der des Vorjahres – ein neuer Höchstwert. „Für die anhaltend intensive und erfolgreiche Bejagung der Nutria danke ich den niedersächsischen Jägerinnen und Jägern sehr. Sie dient auch dem Schutz unserer Deiche und damit dem Allgemeinwohl und der Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast mit Blick auf das Rekordergebnis, das aus dem heute veröffentlichten Landesjagdbericht „Wild und Jagd“ 2018/2019 hervorgeht.

Unterschiedliche Entwicklungen gibt es demnach bei den Schalenwildarten:
Während die Jagdstrecken von Schwarzwild, Muffel- und Damwild sanken, gab es bei Reh- und Rotwild eine leichte Zunahme. Ein Hauptaugenmerk legt der diesjährige Bericht auf vielversprechende Initiativen bei der Aufwertung der Feldflur und zum Schutz von Bodenbrütern.

Schalenwild: Wildschweinstrecke weiterhin hoch
Einen Rückgang der Jagdstrecke um knapp 20 Prozent gibt es beim Schwarzwild zu verzeichnen. Nach dem Rekordergebnis des vergangenen Jagdjahres liegt diese mit 55.742 Wildschweinen im Jagdjahr 2018/19 aber immer noch auf einem hohen Niveau – neben dem Rekordjahr 2017/18 kamen nur in den Jahren 2008/09 und 2016/17 mehr Wildschweine zur Strecke. „Wir bejagen das Schwarzwild weiter intensiv. Der Rückgang der Jagdstrecke bei den Wildschweinen ist bundesweit zu beobachten und insofern sicher kein Indiz für eine nachlassende Bejagungsintensität in Niedersachsen“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Während die Jagdstrecken von Rot- und Rehwild um ein beziehungsweise fünf Prozent angestiegen sind, ist beim Muffelwild mit einem Rückgang von 25 Prozent ein Negativrekord zu verzeichnen:

Niederwild: Positiver Trend, Schutzmaßnahmen für Bodenbrüter
Leicht positive Entwicklungen gibt es bei Niederwildarten wie Hase und Fasan zu verzeichnen: Das trockene und warme Frühjahr 2018 hat den Besätzen beider Arten gutgetan. Neue Initiativen sollen diesen Trend unterstützen: Das Projekt „Lebensraumverbund Feldflur Niedersachsen“ (LVFN) der Landesjägerschaft Niedersachsen, gefördert mit Mitteln der Jagdabgabe des Landes Niedersachsen, ist eines der diesjährigen Schwerpunktthemen des Landesjagdberichtes.

Durch gezielte Fördermaßnahmen sollen zum einen die Lebensräume für die Bewohner klassischer Agrarkulturlandschaften wie Rebhuhn, Kiebitz und Co. aufgewertet und zum anderen der Beutegreiferdruck durch ihre natürlichen Fressfeinde reduziert werden.
„Ob durch Forschungsprojekte, Maßnahmen der Lebensraumverbesserung in den Revieren oder jagdpraktischer Art – ich bin der Landesjägerschaft und den niedersächsischen Jägerinnen und Jägern für ihre Initiative und ihr Engagement in diesen Bereichen außerordentlich dankbar“, so die Landwirtschaftsministerin. „Die Jägerschaft ist ein starker und wichtiger Partner, wenn es um die Belange der Feldflur und der in ihr lebenden Tierwelt geht.“

In einem weiteren Schwerpunktthema des Berichts wird am Beispiel der Jägerschaft Verden verdeutlicht, wie bedeutsam ein intensives Prädationsmanagement für wertbestimmende Arten wie Rotschenkel, Uferschnepfe, Brachvogel und andere bodenbrütende Arten ist und gleichzeitig wie erfolgreich eine Zusammenarbeit von Jägern, Landkreis und Naturschutz funktionieren kann. Der Einfluss der Prädation auf die Überlebensraten bei Fasanenküken ist ein weiteres Schwerpunktthema des neu erschienenen Landesjagdberichtes, in dem die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungsprojekte dargestellt und Handlungsoptionen verdeutlicht werden.

Hintergrund:
Zum siebzehnten Mal in Folge veröffentlichen das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Herausgeber) und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (Redaktion) gemeinsam den „Wild und Jagd Landesjagdbericht“. Längst hat er sich zu einem begehrten Nachschlagewerk nicht nur für Jäger, sondern gleichermaßen für Politik, Medien und interessierte Öffentlichkeit entwickelt. Der jährlich erscheinende Bericht bereitet statistische Daten, wildbiologische Informationen und wissenschaftliche Untersuchungen zu den in Niedersachsen vorkommenden wildlebenden Tierarten übersichtlich auf und bietet umfangreiche Informationen zur Jagd in Niedersachsen.

Download:
Der Landesjagdbericht 2018/19 kann hier heruntergeladen werden.

Quelle: Pressemitteilung der Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. vom 25. Oktober 2019, Hannover