Steht neues „Hantavirus-Ausbruchsjahr“ bevor?

Steigende Tendenz bei Infektionen mit dem Hantavirus in Teilen Südwestdeutschlands – Hinweise zur Vermeidung von Infektionen beachten

Rötelmaus (Beispielbild: iStock/slowmotiongli)
Rötelmaus (Beispielbild: iStock/slowmotiongli)

Aus bestimmten Landkreisen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens wird ein deutlicher Anstieg von Hantavirus-Erkrankungsfällen gemeldet. Für die bekannten Verbreitungsgebiete in Bayern, Hessen und Niedersachsen liegen bisher keine entsprechenden Meldungen vor. Ob wieder ein sogenanntes „Hantavirus-Ausbruchsjahr“ bevorsteht, ist derzeit nicht abzusehen. Die weitere Entwicklung der Fallzahlen sollte genau beobachtet werden, um lokale Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen. Die Hinweise zur Vermeidung von Hantavirusinfektion, herausgegeben vom Robert Koch-Institut, sollten beachtet werden.

Sogenannte „Hantavirus-Ausbruchsjahre“ sind in Deutschland in der Vergangenheit mit relativer Regelmäßigkeit aufgetreten: Nach den Ausbruchsjahren 2007, 2010, 2012 und 2017 gab es das letzte Ausbruchsjahr in 2019. Die Zahl der gemeldeten Hantavirus-Erkrankungsfälle war in diesen Jahren deutlich höher als in den dazwischen liegenden Jahren und betraf die als Endemieregionen bekannten Gebiete in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Die Ausbruchsjahre werden von einer starken Vermehrung der Rötelmaus, dem Reservoirwirt des Puumala-Orthohantavirus, getrieben und sind auf Buchenmastjahre zurückzuführen. Eine massive Produktion von Bucheneckern („Mast“) erlaubt die starke Vermehrung der Rötelmaus im darauffolgenden Jahr.

Die von den Bundesländern berichteten Daten zur Buchenmast zeigten im vergangenen Jahr kein einheitliches Bild. Während in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die Mast stark ausgeprägt war, gab es in Niedersachsen und Thüringen keine Auffälligkeiten. Dieses heterogene Bild scheint sich momentan darin widerzuspiegeln, dass es in bestimmten Landkreisen Baden-Württembergs einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Hantavirus-Erkrankungsfälle gibt. In anderen bekannten Endemiegebieten ist das nicht der Fall.

Wegen dieser regionalen Unterschiede sollten regionalspezifische Hinweise zum Verhalten zur Vermeidung von Hantavirusinfektionen kommuniziert werden. Die weitere Beobachtung der Fallzahldynamik kann dazu dienen, weitere lokale Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen. Für weitere Informationen sei auf das Merkblatt „Wie vermeide ich Hantavirusinfektionen“ und die FAQs verwiesen.

 

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Quelle: RKI

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