Sorge um ASP in Sachsen

Landwirtschaftsminister Günther: »Ich bin hochbesorgt über die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest«

Ein Wildschweinkeiler (Symbolbild: Sorin Tincu)
Ein Wildschweinkeiler (Symbolbild: Sorin Tincu)

Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther zeigt sich hochbesorgt über die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Angesichts des starken Anstiegs von Fallzahlen sagt er: »Es werden immer mehr erkrankte Tiere in Ostsachsen registriert. Die Eindämmung der ASP ist ein gemeinsames Ziel der gesamten Staatsregierung. Deshalb unterstützen wir seit Monaten intensiv das sächsische Sozialministerium bei der Seuchenbekämpfung, unter anderem im Krisenstab, mit unserer Landestalsperrenverwaltung (LTV) und dem Sachsenforst.

So realisierte die LTV den Zaunbau entlang der Grenze zu Polen maßgeblich mit, aktuell betreut sie rund 80 Kilometer Zaun. Unser Staatsbetrieb Sachsenforst arbeitet eng mit den betroffenen Regionen und Behörden vor Ort zusammen. Im Mai hat Sachsenforst einen jagderfahrenen Mitarbeiter an das Landestierseuchenbekämpfungszentrum abgeordnet, um die Entnahmen von Wildschweinen zu koordinieren und intensivieren.

Für mich ist es keine Frage, dass LTV und Sachsenforst die Seuchenbekämpfung parallel zu ihren Großaufgaben unterstützen, namentlich das Wassermanagement in Zeiten von Wassermangel sowie die Bekämpfung des Borkenkäfers und die Beseitigung historisch einmaliger Waldschäden.

Ich bin in großer Sorge um die Landwirtschaft, die Schweinehalter und ihre Tiere. Die Betriebe müssen weiterhin Tiere in den Handel bringen können, um Einkommen zu erzielen und existenzsichernd arbeiten zu können. Wir wollen mehr Regionalität. Dafür brauchen wir die Betriebe als starke, handlungsfähige Partner für den Ausbau regionaler Wertschöpfung. Und auch der Tierschutz muss in einer zugespitzten Seuchenlage weiterhin gewährleistet sein. Auf Bundesebene fordern wir seit Langem eine Lösung für die Freilandhaltung von Bio-Schweinen unter Seuchenbedingungen.

Auf der Agrarministerkonferenz, deren Vorsitzender ich in diesem Jahr bin, haben wir beschlossen, dass sich neben der EU auch die Bundesländer an den Kosten für den Zaun beteiligen. Im Bundesrat haben wir mit einem Entschließungsantrag an den Bund appelliert, Landwirtschaft und Schweinehalter wirksam zu unterstützen und effektiver mit unseren polnischen Nachbarn zu handeln. Ich betone die Verantwortung des Bundes. Die ASP-Bekämpfung ist eine nationale Aufgabe.

Ich danke meiner Kabinettskollegin Petra Köpping und ihrem bei der Seuchenbekämpfung federführenden Ministerium für die gute Zusammenarbeit und biete weiterhin meine intensive Unterstützung an.

Um das weitere Eindringen und die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, nutzt die Staatsregierung einen Dreiklang aus Zaunbau, Entnahme und Jagd. Wir werden mit dem Sozialministerium zusätzliche Gespräche darüber führen, wie wir zur Stärkung dieser Instrumente in der zugespitzten Seuchenlage beitragen können.

Ich bitte Jägerschaft und Landwirtschaft, Hand in Hand bei der Seuchenbekämpfung zusammenzuarbeiten, gerade jetzt und in den kommenden Wochen, da die Felder abgeerntet werden.«

Hintergrund: Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, an der rund 97 Prozent der infizierten Tiere sterben. Derzeit tritt sie nur bei wildlebenden Wildschweinen auf. Die Zahl der bestätigten ASP-Fälle in Sachsen hat sich seit Februar rund verdoppelt.

 

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, 04. Juli 2021, Dresden

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