Mehr Schutz für die Waldameisen

Nützliche Helfer mit großer Bedeutung für den Wald

Die Nesthügel der Waldameise beherbergen mehr als eine Millionen Waldameisenarbeiterinnen (Foto: Wald und Holz NRW, Stefan Befeld)
Die Nesthügel der Waldameise beherbergen mehr als eine Millionen Waldameisenarbeiterinnen (Foto: Wald und Holz NRW, Stefan Befeld)

Die hügelbauenden Waldameisen stabilisieren auf vielfältige Weise das Gleichgewicht und fördern die Artenvielfalt im Wald. Vielen Waldtieren, wie etwa dem Specht, dienen sie als Nahrung. Selbst vertilgen sie Schadinsekten, darunter auch den Borkenkäfer. Zudem verbreiten sie Pflanzensamen, wie die des Leberblümchens oder Buschwindröschens und bieten anderen Tieren in ihren Nestern Unterkunft. Waldameisen lockern durch die Bautätigkeit den Boden um die Nesthügel und arbeiten organische Substanz in den Mineralboden ein. Dies verbessert die Bodenstruktur, den Wasserhaushalt und letztlich die Fruchtbarkeit der Waldböden.

Die bis zu zwei Meter hohen auffälligen Nesthügel beherbergen mehr als eine Millionen Waldameisenarbeiterinnen. Einige ihrer Nester werden durch Baumaßnahmen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, aber auch durch unachtsame Forstarbeiten zerstört. Michael Elmer vom Team Waldnaturschutz bei Wald und Holz NRW: „Waldameisen sind unersetzlich für das Ökosystem Wald. Ihr empfindliches Nest darf auf keinen Fall betreten oder befahren werden. Zudem sollten Waldbesitzende vorhandene Nesthügel gut sichtbar markieren, damit sie bei Forstarbeiten nicht unter die Räder kommen.“

Naturschutzexpertinnen und -experten empfehlen zudem, keine Holzlagerplätze im Umkreis von 100 Metern um die Nestkuppeln anzulegen und honigtauträchtige Gehölze, wie Birke, Eiche oder Ahorn zu pflanzen. An diesen Pflanzen produzieren Blattläuse besonders viel Honigtau, also zuckerhaltigen Läusekot, der den Ameisen wiederum als reichhaltige Nahrung dient. Auch totes Holz oder auf den Kahlflächen wachsende Brennnesseln, junger Holunder oder Fingerhut dienen den Ameisen als wichtigen Lebensraum.

Besonders bedroht durch den Verlust der Fichtenwälder sind die Rote Waldameise (Formica rufa) und die Kleine Kahlrückige Rote Waldameise (Formica polyctena). Sie verbauen bevorzugt Fichtennadeln und kleine Äste in ihren Hügeln. Fällt also ein Fichtenbestand dem Borkenkäfer zum Opfer, ist auch die Waldameise bedroht.

Im Forsthaus Hohenroth ist derzeit eine Ausstellung zur Bedeutung der Waldameisen zu sehen. Sie gibt Einblicke in den Lebensraum der Waldameise und Möglichkeiten einer Bestandserhaltung. Mehr Informationen zur Ausstellung erhalten Sie hier.

 

Quelle: Wald und Holz NRW

Ameisen sind ein wichtiger Teil des Ökosystems Wald (Foto: Wald und Holz NRW, Stefan Befeld)
Ameisen sind ein wichtiger Teil des Ökosystems Wald (Foto: Wald und Holz NRW, Stefan Befeld)

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