Käferholz reicht für alle

Heinen-Esser fordert von Sägewerken angemessene Preise und Unterstützung der regionalen Märkte

Käferholz am Wegesrand (Quelle: Wald und Holz NRW - Stefan Befeld)
Käferholz am Wegesrand (Quelle: Wald und Holz NRW – Stefan Befeld)

Das Umweltministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen (Wald und Holz NRW) haben die Sägewerke aufgefordert, den Waldbauern angemessene Preise für ihr Holz zu zahlen. „Die Verkaufserlöse beim Schnittholz sind derzeit enorm hoch, die Einkaufspreise beim Rohholz niedrig. Damit die Waldbesitzenden in der Lage versetzt werden, ihre Wälder neu zu begründen, sollten sie an den Erlösen teilhaben. Nur dann ist die gebeutelte Forstbranche in der Lage, sich der Herausforderung des Wiederaufbaus der Wälder in standortgerechte, klimaresiliente Waldentwicklungstypen zu stellen“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Zudem häufen sich in den zurückliegenden Wochen landesweit Meldungen über eine unzureichende Versorgung der regionalen Märkte mit Holzprodukten. „Es ist genug Käferholz für alle da. Es muss angemessen bezahlt und das Schnittholz in die regionalen Märkte gebracht werden. Die Rohholzmengen werden auch in diesem Jahr das normale Einschlagsvolumen in der Fichte erheblich überschreiten“, sagte HeinenEsser. Frisches Käferholz sei technisch einwandfrei zu verwerten. Es müsse im Interesse aller sein, den nachwachsenden Rohstoff Holz in vollem Umfang insbesondere für die heimischen Märkte zu nutzen.

Nordrhein-Westfalen als Hauptschadensland der laufenden Borkenkäfer-Kalamität hat nach wie vor große Flächen forstschutzrelevanter, stehender Fichtenbestände. Diese Fichten sind vom Borkenkäfer geschädigt und müssen aus den Beständen entfernt werden. „Nach eigenen Bekundungen arbeiten die Nadelholzsägewerke alle unter Volllast. Die Sägewerke sind durch die Kalamitätssituation sehr gut mit Holz versorgt. Aber trotz Höchstpreisen auf den Absatzmärkten gehen die Waldbauern fast leer aus“, ergänzt Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW.

Die Schadholzmenge in Nordrhein-Westfalen betrug 12,9 Millionen Kubikmeter Nadelholz in 2020, allein im ersten Quartal 2021 wurden neben den forstschutzrelevanten Restmengen 1,2 Millionen Kubikmeter Schadholz für 2021 zusätzlich gemeldet. Und wegen des kühl-feuchten Aprilwetters hat der diesjährige Ausflug des Buchdruckers, die für die Schäden maßgebliche Borkenkäfer-Art, noch nicht begonnen. Die Prognosen von Wald und Holz NRW gehen von einem Anstieg auf rund 7 bis 8 Millionen Kubikmeter Käferholz in 2021 aus. „Die Lage zur Überwindung der Kalamität ist aufgrund der Witterung in 2021 erstmals so, dass die Chance besteht, die Käferholzmengen aufzuarbeiten und damit in der Kalamität wieder Herr der Lage zu werden“, so Wiebe.

„Durch die ausgezeichnete Preissituation am Nadelschnittholzmarkt müssten die Sägewerke in der Lage sein, für frisches Kalamitätsholz höhere Preise zu zahlen. Eine Erholung der Holzpreise ist eine wichtige Voraussetzung für den Waldbesitz, wieder Erträge aus der Aufarbeitung ihrer Kalamitätshölzer zu erwirtschaften, damit die Wiederbewaldung intensiv voranbringen zu können und einen Beitrag zur Steigerung der Holzbauquote leisten“, erläutert Dr. Stefanie Wieland, Holzwissenschaftlerin im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

 

Quelle: NRW Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz/Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, 07. Mai 2021, Düsseldorf/Münster

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