Geflügelpest: Drei Seehunde infiziert

Bei drei toten Seehunden aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ist ein Geflügelpest-Virus nachgewiesen worden.

Seehunde am Strand (Symbolbild: Noutch)
Seehunde am Strand (Symbolbild: Noutch)

Bei drei toten Seehunden aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ist ein Geflügelpest-Virus nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor für aviäre Influenzaviren hat in Proben von den drei Tieren Infektionen mit hochpathogenem aviären Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5N8 bestätigt, nachdem ein Erstnachweis bei zwei Tieren durch die Tierärztliche Hochschule Hannover erfolgt war. Nach ersten Untersuchungen sind die Sequenzen dieses Virus den in den vergangenen Monaten bei Wildvögeln nachgewiesenen Geflügelpestviren sehr ähnlich. Weitere Untersuchungen zur Charakterisierung des Virus werden am FLI unter enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbehörden durchgeführt.

 

Ein sporadisches Überspringen von H5N8-Viren auf Säugetiere war im Rahmen des Geflügelpest-Geschehens 2020/2021 bereits bei vier Seehunden, einer Kegelrobbe und einem Fuchs im Vereinigten Königreich sowie bei einer Kegelrobbe in Schweden berichtet worden. Seit Mitte August wurde eine leichte Häufung von Totfunden und noch lebenden auffälligen Tieren bei ausgewachsenen oder vorjährigen Seehunden im Wattenmeer festgestellt. Seit über einer Woche wurden keine weiteren toten Seehunde gemeldet.

 

Mehrere tot aufgefundene Tiere wurden im Rahmen des regelmäßigen Gesundheits-Monitorings am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule in Büsum untersucht. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover war an Proben von zwei Tierkörpern HPAIV H5N8 nachgewiesen worden. Weitere Seehunde wurden daraufhin dem Landeslabor zugeleitet. Nur bei einem Teil der untersuchten Seehunde wurde das Geflügelpest-Virus nachgewiesen.

 

Die mit Seehunden direkt in Kontakt kommenden Personengruppen wurden über die Befunde informiert und vorsorglich auf die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen hingewiesen. Ebenso wurden die Veterinärbehörden der Kreise Nordfriesland und Dithmarschen sowie das Gesundheitsministerium informiert.

 

Für alle Strandbesucher gilt nach wie vor die Regelung, Seehunde nicht anzufassen und auch ihre Hunde auf Abstand zu halten.

 

Hintergrund:

Für 2020 wurde ein stabiler Bestand von 15.400 Seehunden im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ermittelt. Die Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. In den Jahren 2014/15 war ein überregionales Seehundsterben beobachtet worden, das durch ein Influenza-Virus des Subtyps H10N7 ausgelöst worden war. Staupeerreger, die Auslöser früherer großer Seehundsterben waren, wurden bei den aktuellen Untersuchungen nicht gefunden.

 

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein/LJV S-H

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