Fallwildsuchhunde haben sich bewährt

Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich mit der Ausbildung von Fallwildsuchhunden weiter auf eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest vor. 

Ein Wildschwein (Symbolbild: Thomas G.)
Ein Wildschwein (Symbolbild: Thomas G.)

Die Distanz zwischen ASP-Nachweisen in Brandenburg (Landkreis Barnim) und der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern beträgt derweil etwa 38 km Luftlinie. Nachweisen im Westen Polens liegen nur noch 33 Kilometer Luftlinie entfernt. „Damit steht die ASP quasi vor unserer Haustür und meine Sorge, dass sie nach MV eingeschleppt wird, ist weiterhin groß“, sagte Backhaus. 

In den vergangenen Monaten wurden hierzulande 21 Jagdhunde mit ihren 17 Hundeführerinnen und Hundeführer in zwei Kursen speziell für die Suche nach verendetem Schwarzwild ausgebildet. Seit Februar sind 8 Gespanne regelmäßig in den ASP-Restriktionsgebieten in Brandenburg und Sachsen im Einsatz. Heute traf sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mit Veterinären, Forstleuten und Jägern aus den jeweiligen Bundesländern sowie Polen zum Erfahrungsaustausch.

„Die Entscheidung, Jagdhunde für die ASP-Suche auszubilden, hat sich bewährt. Die Hunde haben seit Februar dazu beigetragen, dass sehr viele infizierte lebende Stücke schnell gefunden und von ihrem Leid erlöst werden konnten. Hier haben die Hundeführer mit ihren Fallwildsuchhunden nicht nur der Tierseuchenbekämpfung gedient, sondern auch aktiven Tierschutz betrieben. Ebenso konnten eine Vielzahl an verendeten Stücken und damit potentielle Infektionsherde durch die Arbeit der Hunde aufgefunden und beseitigt werden“, resümierte Backhaus.

Backhaus erklärte, dass die Hunde dort suchen können, wo wir Menschen trotz modernster Technik an Grenzen stoßen. Zum Beispiel in Bereichen, die aus der Luft nicht einsehbar sind oder die bei einer Begehung nur unzureichend gründlich abgesucht werden können, wie Schilf, hohe Gräser oder Kulturen wie Mais und Raps.

„In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bislang noch keine Anhaltspunkte auf einen Ausbruch der ASP“, so Backhaus. In 2021 wurden bislang rund 3.300 Wildschweine und über 3.600 Hausschweine auf die Seuche getestet. Im September 2020 wurde die ASP erstmals in Deutschland, zunächst in Brandenburg (im Landkreis Spree-Neiße) und kurz darauf in Sachsen nachgewiesen. Mittlerweile wurden in Brandenburg 1.438 Seuchenfälle bei Wild- und Hausschweinen (3 Hausschweinfälle) registriert. In Sachsen sind es 370 Fälle bei Wildschweinen. Bundesweit sind somit 1.808 ASP-Fälle bei Wildschweinen durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt (Stand 05.08.2021).

Innerhalb Europas (Baltikum, Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Ungarn, Ukraine, Deutschland) wurden mit dem Stand vom 30.07.2021 nach Erhebung des Friedrich-Löffler-Institutes, 9.018 ASP-Fälle bei Haus- und Wildschweinen im Jahr 2021 gemeldet, davon 8.205 Fälle bei Wildschweinen. Allein in Polen mussten bereits 1.947 Fälle verzeichnet werden (Stand 06.08.2021).

Bisherige jagdliche Präventionsmaßnahmen im Überblick

  • 2017) Pürzelprämie für die Erlegung von Schwarzwild sowie eine Entschädigung für die präventive Beprobung auf ASP von verendet aufgefundenem bzw. verunfalltem Schwarzwild.
    Durch die Erhöhung der Pürzelprämie und konnte im Jagdjahr 2020/2021 erstmalig eine Schwarzwildstrecke von fast 107.000 Stücken im Land erzielt werden. Damit konnte die Rekordstrecke aus dem davorliegenden Jagdjahr 2019/2020 von rund 97.000 Sauen noch mal um 10.000 Wildschweine gesteigert werden.
  • (2017) Entschädigung für Hundeeinsatz für revierübergreifende Gesellschaftsjagden zur Anhebung der Effizienz bei der Jagd auf Schwarzwild
  • (2018) Beschaffung eines 110 Kilometer langen Elektrozaunes
  • (2019) ASP-Jagdgruppe aus 30 Mitarbeitern der Landesforstanstalt, Aufgabe: intensive Schwarzwildbejagung im örtlichen Forstamt
  • (2019) Finanzierung von 15 Wärmebildkameras und Nachtzieltechnik(2019) Errichtung von 13 Saufängen und 5 Fangkorralen in den Waldgebieten der Landesforstanstalt
  • (2020) Erhöhung Pürzelprämie von 25 Euro auf 50 Euro je erlegtem Stück Schwarzwild
  • (2020) Bau des ASP-Zaunes als Wildschutzbarriere an der Grenze zu Polen und Brandenburg, bisher errichtet: 64 km temporärer Schutzzaun, wird durch beauftragte Revierjäger zweimal wöchentlich kontrolliert
  • (2021) Förderrichtlinie für Wildkühltechnik (bisher 157) Anträge

 

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 09. August 2021, Schwerin

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