Der Schwarzstorch in Hessen 

Schutz gegen Prädatoren – Einfach aber effektiv

Ein Schwarzstorch (Symbolbild: HE1958)
Ein Schwarzstorch (Symbolbild: HE1958)

Hessenweit gibt es zwischen 55 und 60 Schwarzstorch-Brutpaare. Der Schwarzstorch ist eine sogenannte Flaggschiffart des Naturschutzes und Symbolvogel für alte und beruhigte Wälder. Forstwirtschaft und effektiver Schwarzstorchschutz schließen sich dabei aber nicht grundsätzlich aus.

Wichtig ist, dass entsprechende Schutzradien um den Horstbaum sowie für den Brutstandort bedeutsame Zeiten ohne Betriebsarbeiten eingehalten werden. Damit der Schutz dieser Art noch effektiver erfolgen kann, wurden im Februar dieses Jahres an einigen der bekannten Schwarzstorchbrutbäume sogenannte Prädationsmanschetten zum Schutz der Eier und der Jungvögel vor kletterfähigen Prädatoren wie Waschbär und Marder angebracht.

Einfach aber effektiv

Aus diesem Grund war ein Kollege mehrere Tage in hessischen Wäldern unterwegs, um in Absprache mit den Forstämtern und den Waldbesitzern im Staats- aber auch im betreuten Kommunal- und Privatwald entweder diese Manschetten selbst anzubringen oder aber zumindest das dafür erforderliche Material zwecks Selbstmontage vor Ort zur Verfügung zu stellen. Finanziert wurde der Sachmittelbedarf durch die oberen Naturschutzbehörden.

Was genau wurde nun gemacht? In zwei bis drei Metern Höhe wurde eine feste transparente Kunststofffolie um den Stamm des Horstbaumes gelegt, die mittels ein oder zwei Spanngurten fixiert wurde. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass aufgrund des Dickenwachstums der Bäume diese Spanngurte jährlich im Herbst, nach Beendigung der Brutsaison und des Dickenwachstums, nachjustiert werden müssen, damit sie nicht eines Tages zerreißen. Durch diese einfache aber wirksame Maßnahme ist es nahezu ausgeschlossen, dass kletterfähige Räuber im Nest der gefährdeten Schwarzstörche Schaden anrichten können. Ein effektiver Beitrag zum Artenschutz – dieser Aufgabe nehmen wir uns gerne an!

 

Quelle: Landesbetrieb HessenForst

Anbringen eines Schutzes gegen Prädatoren (Foto: HessenForst)
Anbringen eines Schutzes gegen Prädatoren (Foto: HessenForst)

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