Austausch über Schwerpunkte der ASP-Bekämpfung

Leitungen der zuständigen Krisenstäbe machen sich vor Ort ein Bild der Maßnahmen wie Zaunbau oder Entnahme von Schwarzwild durch Fallen und Jagd im Kampf gegen die ASP

(Foto: © BMEL/Florian Gaertner/photothek.net)
(Foto: © BMEL/Florian Gaertner/photothek.net)

Beim Besuch der Technischen Einsatzleitung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg haben sich die Leitungen der zuständigen Krisenstäbe im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) des Landes Brandenburg über den Fortschritt der Bekämpfungsmaßnahmen ausgetauscht. Dabei wurden erneut Wille und Notwendigkeit zur engen Zusammenarbeit bei der Seuchenbekämpfung bekräftigt.

Nach einem Gespräch in der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz, dem Sitz der Technischen Einsatzleitung in Eisenhüttenstadt, fand ein Besuch der doppelt umzäunten Weißen Zone im Landkreis Oder-Spree statt, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

Staatssekretärin Beate Kasch, Leiterin des nationalen Zentralen Krisenstabes Tierseuchen (BMEL): „Unser Ziel ist, dass die ASP schnellstmöglich getilgt wird. Wir haben frühzeitig viele effektive Maßnahmen in die Wege geleitet und sind als Bund im ständigen Austausch mit der Europäischen Kommission und den Bundesländern – insbesondere mit den von der ASP betroffenen Ländern Brandenburg und Sachsen. Die Tilgungsmaßnahmen Deutschlands sind bereits seit Anfang des Jahres von der Europäischen Kommission anerkannt. Es bedarf hier einer nationalen Kraftanstrengung sämtlicher betroffener Akteure: Bund, Länder und Kommunen sind genauso gefragt, wie die Landwirte, Jäger und jeder Bürger. Die schweinehaltenden Betriebe müssen die Biosicherheitsmaßnahmen einhalten und die Jäger die Bejagung intensivieren. Auch Touristen, Radfahrer und Spaziergänger können ihren Beitrag leisten: Umzäunungen sind zu beachten, beim Durchqueren sind die Tore wieder zu schließen und mitgebrachte Wurstbrote sollten nicht unachtsam entsorgt werden. Der Bund betreibt schon seit Jahren Aufklärungsarbeit, denn bei der Verbreitung der ASP über weitere Strecken ist der Faktor Mensch das größte Risiko. Deshalb stellen wir unsere Informationen auch auf Polnisch sowie in weiteren Sprachen zur Verfügung.“

Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Feiler, politischer Ansprechpartner ASP (BMEL): „Die enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und den Kommunen erweist sich als zielführend. Die Maßnahmen im Kampf gegen die ASP wie Zaunbau oder Entnahme von Schwarzwild durch Fallen und Jagd gehen weiter voran – das ist gut. Davon konnten wir uns heute ein Bild machen.“

Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, Leiterin ASP-Krisenstab (MSGIV): „Der enge Austausch mit dem Bundesministerium ist unabdingbar. Inzwischen wurden entlang der Oder-Neiße-Grenze und um die Kerngebiete rund 650 Kilometer Zaun in Brandenburg verbaut. Jetzt kommt es darauf an, dass die Infektionsketten nachhaltig unterbrochen werden. Dazu stehen die Grenzländer Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern in sehr konstruktivem Kontakt mit dem Bund.“

Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch, stellv. Leiter ASP-Krisenstab (MSGIV): „Unser Ziel ist die vollständige Entnahme der Wildschweine prioritär aus der Weißen Zone aber auch aus den Kerngebieten. Für die Entnahme werden hier die Einzeljagd, der Fallenfang aber auch die begrenzte Bewegungsjagd genutzt. Hier haben mir die beiden Jagdverbände des Landes Brandenburg ihre volle Unterstützung zugesagt. Den ortsansässigen Jagdausübungsberechtigten danke ich für die Unterstützung insbesondere bei der Fallwildsuche und das Verständnis für die Bekämpfungsmaßnahmen in den zurückliegenden Monaten.“

Der erste ASP-Ausbruch bei Schwarzwild ist in Brandenburg am 10. September 2020 amtlich festgestellt worden. Bislang wurde in Brandenburg bei insgesamt 929 Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt.

 

Aufklärungsarbeit:

Seit dem Auftreten der ASP in weiten Teilen Osteuropas, sowie insbesondere nach den ersten Nachweisen der ASP in Belgien, den Fällen in West-Polen und letztendlich nach dem ersten Auftreten in Deutschland haben sowohl Bund als auch Länder umgehend ihre seit Jahren bestehenden Aufklärungs-, Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen intensiviert. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die Gefahren der ASP aufmerksam zu machen. Denn die ASP wird nicht nur durch Wildschweine eingeschleppt, sondern auch der Mensch könnte die Erkrankung nach Deutschland bringen, zum Beispiel über Lebensmittel, mitgebrachte Souvenirs, Jagdtrophäen und andere (Wild-)Schweinprodukte.

Bund und auch Länder starteten bereits 2014 umfangreiche Informationsmaßnahmen mit Schildern, Postern und Informationsblättern für Reisende, Landwirte, Jäger und andere Zielgruppen.

Der Kontakt mit den anderen Ressorts auf Bundesebene wurde zudem intensiviert. Es wurden das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium der Verteidigung und das Auswärtige Amt mit den Botschaften umfassend informiert, um z.B. Soldaten, Erntehelfer, Pflegekräfte und Reisende aus den von der ASP bereits betroffenen Gebieten zu sensibilisieren.

Aktuelle Informationen können auch auf der Webseite des BMEL abgerufen werden. Hierzu gehört auch Informationsmaterial, zum Beispiel Warnplakate und Flyer zur ASP in unterschiedlichen Sprachen (für die „Ost-Route“ neben Deutsch und Englisch auch Polnisch, Rumänisch, Tschechisch, Russisch). Auch die Länder und Kreise informieren umfassend. Es wurden Schulungen für Jäger, Tierärzte, Landwirte und Veterinäramtsmitarbeiter angeboten und sogar Vorträge in Nationalparks für freiwillige Helfer und Gastronomiebetriebe gehalten, um die Bedeutung der Sicherheitsmaßnahmen gegen die ASP zu vertiefen.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 23. April 2021, Berlin

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