Ein entlarvender Todesfall

Ein entlarvender Todesfall

Wie manche Tierrechtler rund um den Globus auf den Suizid einer spanischen Jägerin reagieren, ist kaum zu ertragen.

Hochsitz
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Für ihre Facebook-Fans war die Spanierin eine Ikone, für Jagdgegner eine Hassfigur. Nun bejubeln Tierrechtler rund um den Globus den Tod der beliebten Jägerin Melania Capitán.

Capitán wurde gerade mal 27 Jahre alt. Nach dem Auffinden ihrer Leiche teilte die Guardia Civil mit: vermutlich Selbstmord. Seitdem ist in diversen Internet-Foren die Hölle los. Und es gibt viele Menschen, die diesen tragischen Tod bejubeln und die leidenschaftliche Jägerin als „Hure“ beschimpfen. Sie habe der Welt und den Tieren mit ihrem Suizid einen großen Gefallen getan, heißt es in vielen Kommentaren.

Die attraktive junge Frau mit den langen blonden Haaren hatte über Jahre einen überaus erfolgreichen Blog zu ihren Jagderlebnissen geführt. Mit fachlich anspruchsvollen Tipps für die Jagd und mit vielen Fotos, die sie mit ihrer Beute zeigen. Irgendwie der perfekte Gegenentwurf zu den nackten Peta-Models in den Krawall-Kampagnen der Vulgär-Tierfreunde.

Klar scheint nach der ersten Aufregung: Es war wohl nicht die Hetze der Jagdgegner, die Capitán in den Tod trieb. Spanische Medien zitieren Freunde der jungen Frau mit der Einschätzung, dass es für den Suizid private Gründe gab: „Sie war nicht aufzuhalten.“ Mag sein, dass die Jägerin die Hass-Kampagnen ausgehalten hat. Sicher ist jedoch: Viele Reaktionen auf die Todesnachricht sind an Geschmack- und Herzlosigkeit kaum zu überbieten.

Für solche Leute scheint es generell kaum auszuhalten, dass Frauen überhaupt zur Jagd gehen. Wenn diese dann noch hübsch und selbstbewusst sind, ist das Feindbild offenbar perfekt. Die Tatsache, dass immer mehr Frauen zum Waidwerk finden, wird da gerne übersehen. Wie die Liebe zu Natur und Kreatur, die selbst in Veggie-Zeiten für reichlich Jäger-Nachwuchs sorgt. Auch wenn es schwer geworden ist, sich öffentlich zu unserer Passion zu bekennen. Melania Capitán entlarvt mit ihrem Tod eine Menschenfeindlichkeit, die schaudern lässt.