Zweiter Hannoveraner Jährling ebenfalls gerissen

Nach der Wolfsattacke von Nienburg fordert die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht 

Die beiden getöteten Hannoveraner Jährlinge standen zusammen mit acht weiteren Pferden auf einer Weide, als sie von Wölfen angegriffen wurden (Beispielbild: Didier Aires)

Die beiden getöteten Hannoveraner Jährlinge standen zusammen mit acht weiteren Pferden auf einer Weide, als sie von Wölfen angegriffen wurden (Beispielbild: Didier Aires)

Am Montag (15.06.2020) wurden im niedersächsischen Landkreis Nienburg 10 Hannoveraner, die zusammen auf einer Koppel standen, mit größter Wahrscheinlichkeit Opfer eines Angriffs des „Rodewalder Wolfrudels“ (wir berichteten).

Ein 14 Monate alter Hannoveraner wurde mit tödlichen Bissverletzungen am Hals direkt auf der Koppel und ein erst als vermisst gemeldeter weiterer Jährling kurze Zeit später, in einem mehrere hundert Meter entfernten Graben, ebenfalls mit massiven Verletzungen im Halsbereich, aufgefunden.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) meldet sich auf ihrer Homepage zu Wort und fordert vor diesem Hintergrund die Politik zu entschlossenem Handeln und zur Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht auf:

„Dieser Fall ist entsetzlich und der Albtraum eines jeden Pferdehalters. Es ist eine gewaltige neue Dimension erreicht, wenn ein Wolfsrudel eine Herde ausgewachsener Pferde auf der Weide angreift, einzelne Tiere verfolgt und auf der Flucht tötet. Das haben wir so bisher noch nicht erlebt. Das darf die Politik nicht einfach so hinnehmen. Die Politik sieht bisher einfach nur zu, hier muss jetzt endlich etwas passieren“, fordert Breido Graf zu Rantzau, Präsident der FN. 

„Leider dauert es noch immer viel zu lange, bis es eine Erlaubnis für die Entnahme eines Wolfes gibt, weil erst der Umweg über die zuständigen Ministerien genommen werden muss. Es muss erst etwas Schlimmes passieren, bis reagiert wird. Das darf nicht sein, denn einen solchen Fall wie in Nienburg wollen wir nie wieder erleben“, sagt Graf zu Rantzau dazu weiter.

„Der Wolf muss in die Schranken gewiesen werden, denn wir leben in einer Kulturlandschaft, in die der Wolf nur eingeschränkt hineinpasst. Wir fordern deshalb, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird, denn das würde die Entnahme einzelner Tiere sehr erleichtern. Wenn ein Wolf Weidetiere angreift, muss er auch bejagt werden dürfen.“

 Auch müsse die Frage der Entschädigung für Weidetierhalter, deren Pferde, Schafe oder Rinder von Wölfen gerissen wurden, neu diskutiert werden, fordert die Deutsche Reiterliche Vereinigung: „Ich bin sehr gespannt, wie hoch die Entschädigung für die Pferdehalter in diesem Fall aussehen wird. Natürlich ist das Leben eines Pferdes nicht mehr wert als das eines Schafes. Aber hier geht es sicher um höhere Beträge als in bisherigen Fällen, deshalb würde ich mir wünschen, dass die Entschädigung diesmal auch entsprechend höher ausfällt“, so Graf zu Rantzau.

Die Pferdeland Niedersachsen GmbH, Interessensvertreter aller Institutionen und Unternehmen rund um das Thema Pferd in Niedersachsen, will sich darüber hinaus mit einem Brief an den zuständigen Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) wenden. Darin soll ebenfalls gefordert werden, dass dem jüngsten Vorfall in Nienburg Konsequenzen im Sinne der Pferdehalter folgen sollen.

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