Zwei Millionen Euro Sofortprogramm für Schwarzwildjagd

Um einer möglichen Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen, hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das eine verstärkte Jagd auf Wildschweine belohnt.

Schwarzwild auf der Flucht

Foto: Benedikt Füchter

Noch ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) rund 300 km von Deutschland entfernt (wir berichteten), die Bundesländer arbeiten allerdings schon intensiv an Plänen, die Gefahr einer Ausbreitung frühzeitig zu minimieren. Hierzu soll vor allem die Jagd auf Wildschweine intensiviert werden (wir berichteten). In Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus jetzt ein millionenschweres Sofortprogramm vorgestellt. „Ich appelliere an die Jägerschaft, an Landwirte und Naturschützer, sich ihrer Verantwortung beim Thema ASP zu stellen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Ziel: die Jahresstrecke beim Schwarzwild soll auf 80.000 Stück steigen. Um das zu erreichen sollen ab dem 1. Dezember zum Beispiel Prämien gezahlt werden. Vor allem bei den Frischlingen setzt die Expertengruppe, die den Maßnahmenkatalog erarbeitet hat, an. Für den Abschuss eines Wildschweins bis 25 kg werden 25 Euro Aufwandsentschädigung gezahlt. Auch für ältere Bachen, die keine Frischlinge mehr führen, sollen 25 Euro pro erlegtem Tier gezahlt werden. Damit soll erreicht werden, dass vor allem die Zuwachsträger erlegt werden und die extreme Vermehrung der Wildschweine eingedämmt wird. Der Abschuss von Frischlingen verringert nach Angaben des Ministeriums vor allem die Ausbreitung der ASP, da die noch schwachen Tiere besonders anfällig für Krankheiten sind.

Aus unserem Outfox-World Shop

Aufwandsentschädigungen für Hundeführer, Aussetzung von Drückjagdverbot und Wegfall von Gebühren bei Jagden im Forst

Die mecklenburg-vorpommersche Regierung zahlt aber nicht nur für erlegte Tiere. Auch Hundeführer bekommen pro Jagdtag bei einer revierübergreifenden Jagd eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro. Nationalparks und Forstämter nehmen außerdem ab dem 11.01.2018 keine Standgebühren mehr bei der Drückjagd und aufgebrochene Wildschweine bis 25 kg werden dem Schützen kostenfrei überlassen.Das Drückjagdverbot zwischen dem 11. Januar und dem 31. Juli wird für die nächsten Jahre aufgehoben.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die nicht nur für Wildschweine, sondern auch für Hausschweine meist tödlich endet. Nach Angaben des Landwirtschaftministeriums wären allein in Mecklenburg-Vorpommern 200 Betriebe mit rund 830.000 Schweinen vom Verlust ihres Tierbestands bedroht. Mehr als 40 Schlacht- und fleischverarbeitende Betriebe mit rund 3.700 Beschäftigten und einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro könnten von Umsatzeinbrüchen und Schweinefleisch-Exportverboten betroffen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!