Zoff unter Jägern wegen Verschärfung der Schwarzwildjagd

In Mecklenburg-Vorpommern ruft das Maßnahmenpaket des Landwirtschaftsministers gegen die Afrikanische Schweinepest unterschiedliche Reaktionen hervor.

Wildschwein

Die Intensivierung der Schwarzwildjagd, mit der einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) begegnet werden soll, entzweit die Jägerschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Wie svz.de berichtete, griff der Präsident des Landesjagdverbands (LJV), Dr. Volker Böhning, zu drastischen Worten: „Wer jetzt die verstärkte Jagd kritisiert, hat den Schuss nicht gehört.“

Böhning reagierte damit auf Aussagen von Sven Drewke, dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes Ludwigslust. Er hatte zu dem jüngst von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus vorgestellten Maßnahmenpaket erklärt, Jäger seien „doch keine Schädlingsbekämpfer“. Schließlich gebe es „immer noch eine Jagdethik und ein Jagdrecht“. Zu den Zielen der ministeriellen Anti-ASP-Maßnahmen gehört unter anderem, dass die jährliche Strecke beim Schwarzwild auf 80.000 Stück steigen soll (wir berichteten). 

LJV-Präsident Böhning wies dem Bericht zufolge darauf hin, dass ein Ausbruch der ASP nicht nur die Hausschweinehaltung betreffen, sondern auch die Jagd stark einschränken würde. „Dann können wir die nächsten sechs oder sieben Jahre gar nichts mehr schießen“, betonte Böhning. Er betrachte die Gefahr, dass die Schweinepest in Deutschland ausbrechen könnte, als „sehr hoch“. Zugleich richtete er eine Forderung an die Landwirte, noch stärker mit der Jägerschaft zu kooperieren. Zu häufig reichten Mais- oder Rapsfelder noch direkt bis an den Waldrand, was es den Jäger erschwere, das Schwarzwild zu erlegen. Da angesichts der wachsenden Wildschwein-Strecke mit einem übermäßigen Angebot auf dem Markt für Wildfleisch zu rechnen sei, appellierte der LJV-Präsident an die Verbraucher, insbesondere zu Weihnachten mehr Wildbret zu kaufen und zu verzehren.

Hier lesen Sie mehr zum Thema:
ASP: Was Jäger jetzt beachten müssen
ASP im Fokus (I): Die Jäger und die Seuche
ASP im Fokus (II): Das schafft keine Sau
ASP im Fokus (III): Das Schwarzwild, die Seuche und die Politik
ASP im Fokus (IV): Die Seuche lässt kaum Überlebenschancen
Afrikanische Schweinepest: Handeln auf allen Ebenen
Afrikanische Schweinepest: Jäger stärker gefordert
Polizei schickt Scharfschützen auf Schwarzwild-Jagd
Zwei Millionen Euro Sofortprogramm für Schwarzwildjagd
ASP: Schutz von Elterntieren wird gelockert

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!