Wolfswachen als „Symbol der Machtlosigkeit“

Bauern, Bürger und Jäger in Brandenburg wollen ein Signal an die Politik senden. Die Verluste durch Wolfsrisse würden ein Umdenken erfordern. 

Wolf

In ganz Brandenburg wollen Bauern, Bürger und Jäger am 31. März mit einer landesweiten Wolfswache auf Verluste von Nutztieren durch Wolfsrisse aufmerksam machen. Die Veranstaltung von Landesbauernverband und Bauernbund soll Solidarität mit betroffenen Weidetierhaltern bekunden. Diese beklagen nicht nur steigende Verluste durch Wolfsangriffe, sondern auch lange Wartezeiten bei Entschädigungen und ein falsches Wolfsmanagement der Landesregierung.

Die Wolfswachen sind ein „politisches Signal“, aber auch „Symbol der Machtlosigkeit“, betont Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg in einem Bericht der Märkischen Online Zeitung. "In der 2000-jährigen Geschichte zwischen Mensch und Wolf gab es bislang nie eine Situation, wo wir unsere Weidetiere nicht verteidigen durften", sagt Jung in Bezug auf einen aktuellen Fall in Arensdorf (Oder-Spree). Dort hat ein Wolf zum vierten Mal innerhalb weniger Wochen die Schafsherde von Armin Winnige angegriffen. 23 Risse zählte der Schäfer nach der letzten und heftigsten Attacke.

Die brandenburgischen Bauern fordern von der Landesregierung den Abschuss von Problemwölfen und eine komplette Entschädigung für Wolfsrisse – mit geringeren bürokratischen Hürden. Derzeit können nur diejenigen Tierhalter auf eine Entschädigung hoffen, die nachweisen können, dass sie sich selbst ausreichend um den Schutz ihrer Tiere bemüht haben. Doch auch das erweist sich oft als enorm schwierig (wir berichteten).

Bei den nächtlichen Wolfswachen wollen die Verbände nun eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Während die Wachen in vergangenen Jahrhunderten ausschließlich dem Schutz der Weidetiere und der Gefahrenabwehr abgehalten wurden, gehe es heute besonders um die Solidarität mit Öko-Bauern, sagt Jung in dem Bericht.

Zugleich wollen Jäger und Landnutzer mit der Aktion im Vorfeld des Wolfsplenums am 26. April in Potsdam deutlich machen, dass trotz der Akzeptanz für den Wolf die Weidetierhaltung nicht auf der Strecke bleiben dürfe. 

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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