Wolfs-Warnschild sorgt für Aufregung

Brandenburger Jäger stellt Hinweistafel auf - die Reaktionen reichen von Zustimmung bis Entsetzen

Wölfe

Ein Schild, das mit einem kaum übersehbaren „Achtung!“ vor einem „Wolf-Streifgebiet“ warnt, sorgt in Brandenburg für kontroverse Diskussionen. Wie die Märkische Allgemeine berichtet, stößt das von einem Jagdpächter aufgestellte Schild sowohl auf Zustimmung als auch auf Entsetzen.

„Jäger empfehlen, Hunde anleinen und Kinder beaufsichtigten“, heißt es auf der Hinweistafel, die Jagdpächter Michael Ullerich erstellen ließ und am Ortsrand von Krahne (Potsdam-Mittelmark) aufhängte. Sein Beweggrund: In seinem Jagdrevier gebe es Wölfe und auf diese Gefahr solle die Bevölkerung hingewiesen werden. „Ein Wolf ist ein Raub- und kein Kuscheltier“, betonte Ullerich dem Bericht zufolge. Beispielsweise könne ein Kind bei einer Begegnung mit Wolfswelpen auf den Gedanken kommen, es handele sich um junge Hunde, die man streicheln könne. 

Die Märkische Allgemeine sammelte eine Reihe von Reaktionen auf Ullerichs Schilder-Vorstoß. So zeigte sich etwa die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark entsetzt. „Das klingt ja nach Rotkäppchen“, sagte Sprecherin Andrea Metzler und sprach von „völligem Unsinn“. Hans-Joachim Wersin-Sielaff, Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums, erklärte, derartige Schilder seien ihm auch aus Sachsen bekannt. Er empfahl jedoch, sie zu ignorieren. „Meist sind es irgendwelche Scharlatane, die Ängste schüren wollen. Damit ist niemandem geholfen“, sagte der Ministeriumssprecher der Zeitung.

Für das Warnschild sprach sich unter anderem Karl-Heinz Hohmann aus, der dem Präsidium des Landesjagdverbands Brandenburg angehört und in Ullerichs Nachbarrevier kürzlich selbst Wölfe beobachtet hat. Angesichts der stark ansteigenden Population der Tiere sagte Hohmann laut dem Bericht: „In ein, zwei Jahren haben wir einen Zustand, dass Politikern die Haare zu Berge stehen.“

„Das Schild ist okay“, befand Krahnes Ortsvorsteher Reinhard Siegel. Es handele sich dabei ja nur um einen Hinweis. „Man sagt eigentlich nicht, dass Wölfe gefährlich seien für Menschen. Aber auf die Tiere hinzuweisen, ist nicht verkehrt“, erklärte Siegel dem Zeitungsbericht zufolge.

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