Update: Wolf ohne Scheu nur eine Lüge

Wolf

Symbolbild: Dieter Hopf

In der brandenburgischen Stadt Sonnewalde ist ein Wolf aufgetaucht, der offenbar keinerlei Scheu an den Tag legte. Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, drang das Tier auf ein Wohngrundstück ein und biss einen kleinen Hund. Ein Wolfsexperte bezeichnete den Vorfall als „völlig unerklärlich“.

Mittlerweile stellte sich heraus, dass der Hausbesitzer gelogen hatte. Das Foto des Wolfes, welches er dem Journalisten der Lausitzer Rundschau als "Beweis" gezeigt hatte war zwar echt, allerdings sieben Jahre alt und von der Deutschen Presse Agentur. Der Mann hatte es aus dem Internet kopiert und sich die Geschichte ausgedacht. Warum er das getan hat, wurde bisher nicht bekannt.

Vorher hatte der Mann diese (Lügen-) Geschichte erzählt: Im Sonnewalder Ortsteil Pießig hörte er am Montagabend seinen Yorkshire-Terrier jaulen. Beim Nachschauen traute Dirk Müller seinen Augen dann nicht: Auf der Terrasse seines Hofes stand ein Wolf, der den kleinen Hund im Maul hatte.

Von spontanem Geschrei des Hundehalters ließ der Wolf sich nur wenig beeindrucken – er verließ das Grundstück „ohne Panik, in aller Ruhe, so als würde er zu uns gehören“, sagte Müller der Zeitung. Auch seine Frau und sein Schwiegervater waren Zeugen des Vorfalls. „Bisher haben wir immer geglaubt, dass Wölfe einen Bogen um Menschen machen und ihnen nicht zu nahe kommen – daran glauben wir jetzt nicht mehr“, erklärte Müller. Die Tiere würden offenbar immer dreister und auch seine elfjährige Tochter habe nun Angst vor dem Wolf. 

Ein wirklich scheuer Wolf sorgte in diesem Jahr allerdings für viel Aufsehen. Das „Kurti“ genannte Tier aus dem Munsteraner Rudel war im April mit Genehmigung des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne) getötet worden (wir berichteten).

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