Wölfe reißen Pferd

Im Landkreis Nienburg fiel ein 14 Monate alter Hannoveraner wahrscheinlich dem „Rodewalder Rudel“ zum Opfer

Ein junger Hannoveraner Hengst wurde von Wölfen auf einer Weide gerissen, auf der noch 9 weitere Pferde standen (Beispielbild: mlz)

Ein junger Hannoveraner Hengst wurde von Wölfen auf einer Weide gerissen, auf der noch 9 weitere Pferde standen (Beispielbild: mlz)

Im niedersächsischen Landkreis Nienburg wurde am Montag (15.06.2020) ein junger Hannoveraner Hengst mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von einem Rudel Wölfe getötet, berichtet die Nienburger Zeitung „Die HARKE“ zuerst.

Der 14 Monate alte Hengst stand zusammen mit neun weiteren Hannoveranern auf einer Koppel. Die Tiere, alle immerhin zwischen 400 und 600kg schwer, wurden mutmaßlich von den Wölfen des in dieser Region ansässigen „Rodewalder Rudels“ auseinandergetrieben und der junge Hengst konnte schließlich durch die Wölfe separiert werden, was ihm zum Verhängnis wurde.

Mehrere Kehlbisse sowie Verletzungen auch im hinteren Bereich des Pferdes lassen darauf schließen, dass das Tier von vorne und hinten gepackt und so zu Boden gebracht worden ist. Der Wolfsberater sei sich ob der markanten Spuren zu 99,9% sicher, dass dies das Werk von Wölfen war, berichtet „Die HARKE“ weiter. Zusätzlich wurden die obligatorischen DNA-Proben genommen und an das Wolfsbüro in Hannover weitergeleitet.

Die neun weiteren Pferde flohen panisch vor dem Wolfsangriff von der Koppel, wobei sich eines der Tiere so schwer verletzte, dass es wahrscheinlich eingeschläfert werden muss. Acht der völlig erschöpften Tiere konnten noch in einer nächtlichen Aktion von ihrem Halter und Helfern wieder eingefangen und beruhigt werden. Von einem einjährigen, schwarzen Hannoveraner mit schmaler weißer Blesse, fehlte bei der Erstellung dieses Beitrages noch jede Spur.

Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art im Landkreis Nienburg, der dem „Rodewalder Rudel“ zugeschrieben wird (wir berichteten). Anfang Februar 2019 wurde ein Island-Pony ebenfalls aus einer Herde heraus von (mindestens) einem Wolf gerissen. Zur damaligen Zeit war der Leitwolf des Rudels durch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies noch zum Abschuss freigegeben. Die immer wieder verlängerte Frist zur Bejagung des Wolfsrüden mit der Kennung „GW717m“ ist mittlerweile seit April dieses Jahres ausgelaufen.

Da sich das „Rodewalder Rudel“, wie der aktuelle Fall es erneut zeigt, auch auf Pferde und andere (große) Nutztiere spezialisiert zu haben scheint, dürften die Rufe derer wieder lauter werden, die bei solch „untypischem“ Verhalten für die Entnahme, sprich den Abschuss des ganzen Rudels plädieren. Denn sollte der Riss des Hannoveraners sich eindeutig Wölfen zuordnen lassen, so ist damit faktisch der Beweis erbracht, dass sich nicht nur der Leitwolf an Großtiere heranwagt, sondern dass er diese Jagdtaktik auch an weitere Mitglieder des Familienverbandes weitergegeben hat. Demzufolge wäre ein Abschuss des gesamten Rudels, zur Vermeidung weiterer Nutztierrisse, durchaus eine Option, die es wert ist, geprüft zu werden.

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