Windkraftausbau schuld an drei toten Greifvögeln?

Milan

Foto: Werner Fischer

Im thüringischen Clinga sind vor kurzem drei tote Milane gefunden worden. Zwei der streng geschützten Tiere wurden nach ersten Erkenntnissen erschlagen. Ein weiterer Jungvogel wurde verletzt aufgefunden und starb später, schreibt die Thüringer-Allgemeine.

Frank Bohn aus Clinga ging Ende Juni spazieren und wollte dabei den Horst zweier Rotmilane beobachten, wie er es schon seit Monaten getan hatte. Diesmal waren aber sowohl die jungen Greifvögel, als auch der Horst verschwunden. Zuerst dachte er an eine Waschbär-Attacke, rund um den Baum waren aber weder Blut noch Federn zu sehen. Stattdessen war das Gras niedergetrampelt und es waren Reifenspuren zu erkennen. Bohn verständigte die Untere Naturschutzbehörde und kam mit einem Mitarbeiter wieder. Unweit des Horstes fanden die beiden dann einen geköpften Rotmilan. Die Behörde erstattete daraufhin Anzeige gegen unbekannt.

Ein paar Wochen später machte Bohn den nächsten traurigen Fund. Diesmal fehlte der Horst eines Schwarzmilan-Paares. Das Nest wurde aus einer Höhe von zehn Metern entfernt. Die beiden Jungtiere fand Bohn in der direkten Umgebung. Eines wurde vermutlich erschlagen, das zweite lebte noch, starb aber wenig später an seinen Verletzungen.

Auch wenn bisher keine Täter ermittelt werden konnten, sind sich Naturschützer in der Gegend einig. In direkter Nähe der Horste stehen Windräder, bei Erweiterungsplänen würde der geschützte Greifvogel daher stören (wir berichteten). So müsse man nur eins und eins zusammenzählen, heißt es vom Naturschutzbund.

Wie die Thüringer-Allgemeine recherchierte, kommen solche Fälle immer wieder in der Nähe von Windkraftanlagen oder dafür vorgesehenen Standorten vor. Zwischen 2012 und 2105 sind nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung 44 Fälle von Horstzerstörungen in Deutschland gezählt worden.

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