Wildschweinjagd „tierschutzgerecht“ intensivieren

Bei Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) schrillen angesichts der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Alarmglocken. Er fordert höhere Strecken, Saufänge und die Erlaubnis von Nachtzielgeräten.

Schwarzwild

Foto: Daniela Fett

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Baden-Württemberg zu verhindern, fordert Forstminister Peter Hauk (CDU) jetzt umfangreiche Maßnahmen. Unter anderem sei das Ziel, die Wildschweinabschüsse um 30 bis 40 Prozent zu erhöhen, wie Hauk proplanta.de zufolge sagte.

Bislang liegt die jährliche Strecke im Südwesten bei etwa 50.000 Wildschweinen. Momentan werden bereits Rekordstrecken erreicht. Doch Hauk erklärt dem Bericht zufolge: „Der Bestand nimmt nicht ab.“ Daher sieht er jetzt dringenden Handlungsbedarf, damit es nicht zu einer  Ausbreitung nach Deutschland kommt. Sollte die Tierseuche ausbrechen, empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut sogar, die Wildschweindichte im Land um 90 Prozent abzusenken. „Dann herrscht in unseren Wäldern Krieg“, wird der Minister zitiert.

Hauk kündigte der Meldung zufolge auch an, im Bund darum zu bitten, „dass Jäger Nachtzielgeräte einsetzen dürfen. Mir geht es nicht um ein wildes Bejagen, sondern darum, dass wir die Tiere tierschutzgerecht erlegen können, dass sie nicht unnötig leiden.“ Nachts lasse sich das Schwarzwild leichter bejagen. Zusätzlich will Hauk Fallen für Wildschweine aufstellen lassen, „um sie dann tierschutzgerecht vom Diesseits ins Jenseits zu befördern.“ Rückendeckung gibt es vom Naturschutzbund: Auch Nabu-Landeschef Johannes Enssle meint, dass die Schwarzwildbestände reduziert werden müssen.

Für den Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Martin Bürner, gehen die vom Forstminister vorgeschlagenen Maßnahmen nicht weit genug, es brauche noch mehr: etwa eine Aufhebung der Schonzeiten im März und April, Prämien für erlegte Frischlinge, Gebührenbefreiung für die Untersuchung geschossener Frischlinge sowie die Jagd auch in Naturschutzgebieten.

Ein ähnlich prall gefülltes Maßnahmenpaket gibt es bereits in anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern (wir berichteten). Dort hatte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) neben höheren Abschussforderungen ein zwei Millionen Euro schweres Sofortprogramm durchgesetzt. Darin enthalten sind unter anderem Abschussprämien von 25 Euro pro Tier (wir berichteten). Unterdessen haben Jäger Schwierigkeiten, das Wildbret angesichts der hohen Abschusszahlen und der drastisch gefallenen Preise überhaupt noch zu verwerten (wir berichteten). In Brandenburg wurde eine Ausnahmegenehmigung erlassen, die es Jägern erlaubt, künstliche Lichtquellen bei der Schwarzwildjagd einzusetzen (wir berichteten).

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