Reh

Symbolbild: Heribert Schwarthoff

Wildernde Hunde hetzen mehrere Rehe zu Tode

In gleich zwei Fällen sollen in Süddeutschland jetzt Rehe von einem Hund zu Tode gehetzt worden sein. Während im bayerischen Speichersdorf (Landkreis Bayreuth) ein etwa einjähriges Reh tot aufgefunden wurde, verendeten im baden-württembergischen Titisee-Neustadt gleich drei gehetzte Böcke.

Wie der Nordbayerische Kurier berichtet, war ein Reh am Montagabend gegen die Scheibe der Speichersdorfer Apotheke gerannt und hatte den Aufprall nicht überlebt. Jagdpächter Patrick Schuder äußerte gegenüber der Zeitung den Verdacht, dass ein Hund das Tier von den Feldern bis in die Dorfmitte gejagt habe. Am Vorderlauf des Rehs habe er Bissspuren festgestellt, erklärte Schuder. Er wolle nun Anzeige wegen Jagdwilderei erstatten.

In Titisee-Neustadt fanden Spaziergänger laut einem Bericht der Badischen Zeitung in den vergangenen Wochen gleich drei tote Rehböcke. Bei der Obduktion der ein- bis zweijährigen Tiere seien Veränderungen an Lunge und Herz festgestellt worden, was darauf hindeute, dass sie zu Tode gehetzt wurden.

Dass dafür ein wildernder Hund verantwortlich ist, vermutet einer der zuständigen Jagdpächter, Johannes Mayer, seitdem er am Pfingstsonntag im Wald einen schwer atmenden Rehbock entdeckte und kurz darauf einen großen, schwarzen Hund hinter einem weiblichen Rehwild herrennen sah. Dem Bericht zufolge gelang es Mayer durch Gebrüll, dass der Hund von dem Tier abließ. Der Vierbeiner, der ein Halsband mit Plakette getragen habe, sei jedoch anschließend entkommen und es seien auch keinerlei Hundebesitzer aufgetaucht. Der Vorgang sei mittlerweile bei der Polizei angezeigt worden.

Jäger beklagen immer wieder, dass sich derartige Vorfälle häufen (wir berichteten). Der Deutsche Jagdverband hat schon vor der Brut- und Setzzeit für mehr Schutz des heimischen Wildes geworben und dafür eine Info-Broschüre gestaltet (wir berichteten).

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!