Weltnaturschutzunion IUCN am Scheideweg

Die Anti-Jagd-organisation „Born Free Foundation“ bleibt Mitglied, obwohl sie gegen Ziele der IUCN agiert.

Antilopen

Foto: pompi

Heute wurden die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung der Weltnaturschutzunion IUCN bekannt. Die britische Tierrechts- und Anti-Jagd-Organisation „Born Free Foundation“ bleibt Mitglied, obgleich sie gegen die Ziele der IUCN agiert.

Mit 90 Staaten, 130 staatlichen Organisationen und 1.150 sonstigen Mitgliedern ist  die „Internationale Union zur Bewahrung der Natur und der natürlichen Ressourcen“ (IUCN) der größte Dachverband von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen zum Zwecke der schonenden Nutzung der natürlichen Ressourcen. Sie wird deshalb auch Weltnaturschutzorganisation genannt. Mit Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen erstellt sie die roten Listen, kategorisiert Schutzgebiete und entwickelt internationale Standards für Naturschutz. 16.000 Fachleute arbeiten ehrenamtlich in ihren Kommissionen mit.

Die IUCN steht seit 1948 für die nachhaltige Nutzung der Natur. Dazu gehört auch die Jagd oder tierschutzgerechte Haltung von Tieren in Zoos. Bislang wurden deshalb auch keine Mitglieder aufgenommen, die dagegen arbeiten. Das änderte sich im vergangenen Jahr, als durch einige Verfahrenstricks die „Born Free“-Stiftung Mitglied werden konnte. Diese Organisation mit einem Spendenaufkommen von fast zehn Millionen Euro im Jahr kämpft gegen die Jagd in Afrika und gegen Zoos. Dabei betreibt sie selbst eine Art Zoo in Malawi, in den sie gelegentlich mit großem PR-Getöse alte Zoolöwen aus Europa einfliegen lässt, denen offenbar die afrikanische Luft hinter Gittern besser bekommen soll. „Born Free“ hat verschiedentlich die EU-Kommission gedrängt, die Einfuhr von Jagdtrophäen zu verbieten und führt entsprechende Anti-Jagd-Kampagnen durch.

IUCN-Mitglieder erhoben Einspruch gegen die Mitgliedschaft der Stiftung in der Weltnaturschutzorganisation. Es sei schizophren, Feinde der nachhaltigen Naturnutzung in einer Organisation zu haben, die diese Nutzung aktiv fördere. Doch die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zum Ausschluss wurde nicht erreicht. 

Wichtigster Sponsor von „Born Free“ ist der Hersteller des Jägerautos Landrover. Dagegen hatten Deutscher Jagdverband und Internationaler Jagdrat schon 2014 protestiert, bislang allerdings ohne Ergebnis.

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