Weltbienentag: Das wohl am meisten unterschätzte Nutztier

Ohne Biene keine Ernte – eine Binsenweisheit und doch in Zeiten des Insektensterbens eine klare Aussage. Um den Blick auf die gefährdeten Insekten zu lenken, findet nun der erste Weltbienentag statt.

Bienen an Wabe

Foto: PollyDot

Nur selten sind sich die Vereinten Nationen vollkommen einig. Das Thema „Biene“ stellt eine willkommene Ausnahme dar. Angeregt von Slowenien, wurde im Dezember 2017 der erste Weltbienentag angekündigt – für den heutigen 20. Mai. Die Aktion solle die überragende Leistung der Biene sowohl im ökologischen als auch ökonomischen Sinne unterstreichen, berichtet der BR.

So sorgten Bienen und andere bestäubende Insekten gemäß dem Weltrat für Biologische Vielfalt jährlich für Nahrungsmittel im Wert von knapp 500 Milliarden Euro. Das Thema Insektensterben werde also zunehmend diskutiert (wir berichteten): Jüngst betonte Kanzlerin Merkel im Bundestag, dass „Bienen pars pro toto für das stehen, was wir unter Artenvielfalt verstehen“. Der Opposition gingen die Maßnahmen zum Insektenschutz allerdings noch nicht weit genug. Man müsse mehr tun, „als einmal im Jahr an Artenvielfalt zu denken“, kritisierte Harald Ebner (Grüne). Alle schädlichen Pflanzenschutzmittel müssten verbannt werden und eine Umschichtung von Fördergeldern hin zu bienenfreundlichen Agrarbetrieben stattfinden.

Abseits der Politik freuen sich Deutschlands Imker über Zulauf. Nachdem in den vergangenen Jahren deren Zahl beständig sank, interessieren sich laut dem BR zunehmend mehr Menschen für die Arbeit mit Bienen. Mit knapp 870.000 Völkern steht die Honigbiene wieder gut dar. Die Geschäftsführerin des Deutschen Imkerbundes, Barbara Löwer, merkt allerdings die Unterschiede zwischen Honig- und Wildbienen an. So sei in Deutschland jede zweite Wildbienenart gefährdet. Das „Bienensterben“ beträfe also vor allem Wildbienen. Jeder müsse sich laut Löwer fragen: „Ist mein eigenes Lebensumfeld bienenfreundlich gestaltet?“ Eine Idee des Weltbienentages sei auch, an die Grundstückeigentümer und Gartenfreunde zu appellieren, um einfache, aber wirksame Lebensraumverbesserungen anzustoßen. Das könne etwa eine blühende Wiese sein oder aber auch ein sogenanntes Insektenhotel.

Mehr über die kleinen Helfer findet sich in der Artikelserie „Unsere Biene“ hier, hier und hier!

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