Waffenklau in der Staatskanzlei

Der Diebstahl von sechs Glock-Pistolen befeuert Schwedens WaffenrechtsDebatte.

Aus dem Gebäudekomplex Rosenbad in Stockholm, in dem sich auch die schwedische Staatskanzlei befindet, wurden die Waffen entwendet. Hier beispielhaft abgebildet eine Glock 17, die die schwedischen Streitkräfte unter der Bezeichnung P88 nutzen.

Aus dem Gebäudekomplex Rosenbad in Stockholm, in dem sich auch die schwedische Staatskanzlei befindet, wurden die Waffen entwendet. Hier beispielhaft abgebildet eine Glock 17, die die schwedischen Streitkräfte unter der Bezeichnung P88 nutzen. (Foto: Romano Perez/Lena Lindell/Pete Linforth)

Peinliche Panne für die Waffenrechtsdebatte, die auch in Schweden heftig brodelt: Ausgerechnet der Stockholmer Regierungskanzlei kamen sechs Glock-Pistolen nebst reichlich Munition abhanden. 

Während im Reichstag eine Lizenzpflicht für jedes Büchsenmagazin diskutiert wird, geht es im Umgang der Behörden mit Schusswaffen offenbar auch mal eher locker zu – nach einem Bericht der Juristen-Zeitschrift „Dagens Juridik“ musste die Polizei einräumen: Die Geschichte mit den geklauten Dienstpistolen ist bittere Wahrheit. Die halbautomatischen Pistolen werden (oder besser wurden) in der Regierungszentrale gelagert, um gegen Terroranschläge gewappnet zu sein. Zugänglich sind die Waffen nur für die Sicherheitsbeamten, zumindest in der Theorie. 

Amtliche Kommentare zur Sicherheitspanne gibt es bisher nicht, dafür strenge Geheimhaltung. Die Debatte, was Jägern in ähnlicher Situation passiert, hat auch schon begonnen. Wenn es um sichere Waffenaufbewahrung geht, sind Schwedens Beamte sonst mindestens so pingelig wie ihre deutschen Kollegen – gern mit Hinweis auf die strengen Vorgaben der Europäischen Union.

Übrigens: Die „Dagens Juridik“ berichtet regelmäßig kritisch über den rigiden Umgang einiger schwedischer Strafverfolger mit Jägern. So zum Beispiel von Abhöraktionen bei Telefonen, wie es sie sonst nur bei Ermittlungen gegen Schwerkriminelle gibt.

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