Vier Verbände fordern freie Bahn für Wildtiere

ADAC, Deutscher Jagdverband, Nabu und WWF wollen die Zahl der Wildunfälle in Deutschland spürbar verringern.

Grünbrücke

Foto: DJV

Angesichts der Rekordzahlen bei Wildunfällen auf deutschen Straßen werden jetzt gleich vier Organisationen gemeinsam aktiv: ADAC, Deutscher Jagdverband, Nabu und WWF setzen sich dafür ein, die Zahl der Unfälle mit Wildtieren um jährlich fünf Prozent zu verringern.

In einem gemeinsamen Papier fordern die Verbände Bund und Länder auf, die Anstrengungen deutlich zu verstärken, um der Zerschneidung von Lebensräumen entgegenzuwirken. Der Mangel an „grüner Infrastruktur“ sei mit dafür verantwortlich, dass Hunderttausende Rehe, Hirsche, Füchse und viele andere Tiere jedes Jahr auf unseren Straßen ums Leben kämen, heißt es in einer Pressemitteilung. In dem Forderungspapier mit dem Titel „Leben braucht Bewegung“ betonen die vier Organisationen, die Wiedervernetzung von Lebensräumen und die nachhaltige Entwicklung ökologisch wertvoller Korridore müsse forciert werden. Für die Vermeidung von Unfällen und das Überleben von Wildtieren seien daher geeignete Maßnahmen wie Querungshilfen, Wildwarnanlagen oder Zäunungen erforderlich.

Die Verbände begrüßen das vom Bundesamt für Naturschutz vorgestellte „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ als eine „dringend notwendige Grundlage“. Gleichzeitig kritisieren sie die schleppende Umsetzung des 2012 beschlossenen „Bundesprogramms Wiedervernetzung“ sowie eines bundesweiten Biotopverbunds. Ab sofort sollte mindestens ein Prozent der Investitionen in Bundesfernstraßen für Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen verwendet werden, schreiben die Verbände. Bis zum Jahr 2027 sollten so die 93 wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte aus dem Bundesprogramm abgearbeitet sein.

Die Zahl der Wildunfälle in Deutschland lag im Jahr 2015 auf einem Rekordniveau. Sie stieg laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft um mehr als zehn Prozent auf knapp 263.000 (wir berichteten).

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