„Vernünftiger Grund“: Taubenjagd war rechtmäßig

Tauben

Vier Männer, die vor zwei Jahren in Niederösterreich Jagd auf Tauben machten, haben nicht rechtswidrig gehandelt. Ein Richter stellte das langwierige Verfahren jetzt ein, da für die Tötung der Vögel aus seiner Sicht ein „vernünftiger Grund“ vorlag.

Wie kurier.at schreibt, waren die Jäger angezeigt worden, nachdem sie mit Schrotmunition 80 bis 100 Tauben geschossen hatten. Ein Zeuge der damaligen Jagd sagte dem Bericht zufolge vor Gericht. „Es war wie im Krieg.“ Er habe Angst gehabt, selbst von Kugeln getroffen zu werden.

Die Jäger handelten seinerzeit auf Bitten eines Lagerhaus-Betreibers. Denn die Vögel waren immer wieder in das Lager eingedrungen und hatten das dort eingelagerte Getreide verkotet. Der Betreiber brachte dem Bericht zufolge Gitter an, ließ Böller zünden und stellte Vogelscheuchen auf – aber durch nichts ließen die Tauben sich abhalten. Zudem machten sie sich auch über ein benachbartes Sonnenblumenfeld her, fraßen die Kerne und hinterließen Kot.

Auf ein Strafverfahren wegen Tierquälerei, das eingestellt wurde, folgte laut dem Bericht ein aufwendiges Verwaltungsstrafverfahren nach dem Tierschutzgesetz, um zu klären, ob die Tauben aus einem „vernünftigen Grund“ getötet wurden. Ein Sachverständiger bestätigte, dass die Tauben erhebliche Schäden angerichtet hätten und der richtig angetragene Schrotschuss die am wenigsten belastende Jagdmethode sei. Das Landesverwaltungsgericht Niederösterreich stellte das Verfahren gegen die vier Männer daher vor wenigen Tagen ein.

Immer wieder kommt es zu unnötigen Verfahren gegen Jäger, da die Rechtmäßigkeit der Jagdausübung von Außenstehenden nicht anerkannt oder akzeptiert wird. So musste sich erst kürzlich in Hessen ein 79-jähriger Nutria-Jäger vor Gericht verantworten (wir berichteten). Ein österreichischer Jagdgegner scheiterte bei der Staatsanwaltschaft mit seinem Mordvorwurf gegen Jäger (wir berichteten). In Bozen (Südtirol) schließlich mussten Tierschützer eine Strafe für eine unnötige Beschwerde gegen die Murmeltier-Jagd zahlen (wir berichteten).

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