Vergiftete Greifvögel: Jäger erhält Geldstrafe

Im Fall der mindestens neun vergifteten Greifvögel, die vor rund einem Jahr bei Cloppenburg entdeckt wurden, ist nun ein Strafbefehl ergangen. Der 71-jährige Jäger muss insgesamt 5.400 Euro Strafe zahlen – und um seinen Jagdschein fürchten.

Bussard auf Ansitz.

Foto: Michael Albrecht

Nachdem offenbar mutwillig im Raum Cloppenburg Greifvögel vergiftet wurden, sorgte der Fall im April 2018 für überregionale Empörung. Schnell fiel der Verdacht auf einen örtlichen, 71-jährigen Jäger, bei dem unter anderem Gift sichergestellt werden konnte (wir berichteten).

Laut der Hannoverschen Allgemeinen hat der Mann nun die Taten eingeräumt. Er habe einen Strafbefehl über 90 Tagessätze (in Summe 5.400 Euro) akzeptiert. Der Landkreis prüfe nun, ob der Mann auch Jagdschein und Waffenbesitzkarte verliert. Dies ist zwingend der Fall, wenn ein Jagdscheininhaber die sogenannte Zuverlässigkeit verliert – zum Beispiel durch eine ausreichend hohe Haft- oder Geldstrafe. Ab 60 Tagessätzen geht der Gesetzgeber von einer grundsätzlichen Unzuverlässigkeit aus, muss den Betroffenen aber zwingend anhören.

Offen bleibe, „inwieweit es Mittäter oder Mitwisser gegeben“ habe, so Ludger Frye vom Nabu in Vechta. „Jemand, der im Revier unterwegs ist, konnte diese Tat kaum übersehen haben.“ Bundesweit sei der Fall im Kreis Cloppenburg tatsächlich erst der zweite, bei dem eine mutwillige Vergiftung nachgewiesen werden konnte. „Wir hoffen, dass diese Verurteilung eine Signalwirkung hat“, so Nabu-Landesvorsitzender Holger Buschmann.

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