Usutu-Virus führt zu Massensterben bei Amseln

Amselschwarm

Der Nabu macht sich Sorgen um Deutschlands Wildvogel-Population. Grund dafür ist ein durch Stechmücken übertragbares Virus, das aktuell für ein massenhaftes Sterben von Vögeln verantwortlich ist. Insbesondere Amseln und Eulen sind von der Epidemie betroffen.  

Das Usutu-Virus stammt ursprünglich aus Südafrika und wurde 2001 erstmals in Europa diagnostiziert. Es wird durch Stechmücken auf Vögel und Säugetiere übertragen. Für Vögel ist das Virus tödlich. Infizierte Tiere wirken krank, werden apathisch, unkoordiniert und sterben meist innerhalb weniger Tage. Für Menschen ist das Virus weitgehend ungefährlich. Nur Personen mit Immunschwächen kann es etwas zusetzen – die Symptome sind dann einer Sommergrippe ähnlich.

Um einen besser Überblick über die aktuelle Epidemie zu bekommen, startete der Nabu Ende September eine Kampagne, bei der Usutu-Verdachtsfälle online gemeldet werden können. Seitdem wurden bereits mehr als 600 kranke Vögel registriert

Das ist seit dem letzten größeren Ausbruch des Usutu-Virus vor vier Jahren die höchste Zahl erkrankter Amseln, wie der Naturschutzbund berichtet. Die Gründe dafür sieht der Nabu im milden Winter und in den für Stechmücken idealen klimatischen Bedingungen des feuchten Sommers. Die meisten Krankheitsfälle gibt es in Nordrhein-Westfalen, aber auch im Raum Leipzig, Berlin, im Norden Niedersachsens und in Schleswig-Holstein. Andere europäische Länder haben derzeit ebenfalls ein Problem mit dem Virus.

Bereits 2011 gab es laut Nabu durch das Virus ein großes Vogelsterben, dem 300.000 Amseln zum Opfer fielen. Die meisten Vögel starben damals am Rhein zwischen Freiburg und Köln. Der Südwesten Deutschlands meldete in diesem Jahr bisher nur sehr wenige Fälle. Das könnte – wie Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg gegenüber der dpa äußerte – darauf hindeuten, dass die Amseln dort bereits Antikörper gegen das tropische Virus gebildet haben. In der Region wütete das Usutu-Virus vor fünf Jahren besonders stark.  

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