Unberechtigte Kritik? Grüner Kandidat äußert sich pro Jagd

Nach einem aufsehenerregenden Auftritt des niederösterreichischen Landesjägermeisters und Ex-ÖVP-Vizekanzlers Josef Pröll hagelte es massive Kritik aus Reihen der Jägerschaft (wir berichteten). Pröll hatte auf einer Wahlveranstaltung dem grünen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt in Österreich, Alexander Van der Bellen, öffentlich seine Unterstützung zugesagt, obwohl sich seine Partei für eine Verschärfung der Waffengesetze und für psychologische Gutachten für Jäger einsetzt. Laut Informationen des Kurier ist der Kandidat der Grünen der Jagd jedoch viel näher, als es bisher den Anschein gemacht hatte.

Van der Bellens Wahlkampfchef Lothar Lockl sah sich nach der massiven Kritik gezwungen, Stellung zu den Vorwürfen der Jäger zu nehmen. So sagte er gegenüber dem Kurier, dass es sich bei Van der Bellen keinesfalls um einen „Jäger-Hasser“ handele. Der Vorwurf entbehre jeglicher Grundlage, sagte Lockl. Viele von Van der Bellens Freunden und Bekannten seien Jäger und daher wisse er auch aus erster Hand, dass die Jagd notwendig sei. Van der Bellen habe auch niemals eine andere Position vertreten, betonte sein Sprecher.

Auch Alexander Van der Bellen selbst äußerte sich zu der aufkommenden Kritik der Jägerschaft. Ihm sei nach eigener Aussage bewusst, dass jeder verantwortungsvolle Jäger einen wertvollen Beitrag leiste: „Jägerinnen und Jäger erfüllen heute wichtige Aufgaben, die von der Gesellschaft anerkannt werden“, betonte Van der Bellen.

Der Landesjägermeister Josef Pröll hatte sich direkt nach Bekanntwerden seiner Unterstützung für Van der Bellen bemüht, für eine Erklärung zu sorgen. In einer Stellungnahme ließ er verlauten, dass er Van der Bellen als Chef eines international agierenden Unternehmens unterstütze, allerdings nicht als Landesjägermeister. Es handele sich bei seiner Entscheidung um rein wirtschaftliche Überlegungen. Er habe lediglich geäußert, dass es für die Wirtschaft unverzichtbar sei, dass der nächste Bundespräsident ohne Anfeindungen und Ausgrenzung regiere. Er spreche damit aber keinesfalls eine Wahlempfehlung für die niederösterreichischen Jäger aus.

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