Tierschutz per Paketbombe? 66-jähriger Schweizer in Haft

Ein Hasen-Freund aus dem Kanton Aargau wollte offenbar mit Sprengstoff gegen Tierquäler vorgehen.

Hase

Symbolbild: tpsdave

Ein 66-jähriger angeblicher Tierschützer ist in der Schweiz in U-Haft genommen worden, weil er Paketbomben gebastelt und mit illegalen Waffen geprahlt haben soll. Der Verein gegen Tierfabriken Schweiz (VgT) spielt in der Geschichte offenbar eine besondere Rolle.

Ueli Bichsel ist in Abtwil (Kanton Aargau) als der „Häsli-Papi“ bekannt, denn er kümmert sich auf seinem Hof um sage und schreibe 238 Hasen, „die keiner mehr will oder die schlecht gehalten wurden“. So berichtete es erst kürzlich der Blick. „Der Tierschützer opfert seine ganze Zeit für seinen Häslihof“, hieß es in dem Artikel von Mitte April. Nun allerdings wird klar, dass Bichsel seine Zeit offenbar auch für andere Dinge genutzt hat. „Er bastelte auf seinem Häslihof funktionsfähige Paketbomben“, berichtete der Blick jetzt. „Damit wollte er gegen Feinde vorgehen.“

Am vergangenen Samstag kam der „Häsli-Papi“ daher in Untersuchungshaft. Nach einer Razzia auf seinem Hof wurde Bichsel laut dem Zeitungsbericht von zehn Beamten in Handschellen abgeführt. Diese stellten kistenweise Material sicher – „vermutlich Sprengstoff“. Der Blick-Bericht gibt auch Aufschluss darüber, wie die Polizei dem militanten Tierschützer auf die Spur kam: Ausgerechnet der Präsident des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz, Erwin Kessler, informierte die Beamten. Ueli Bichsel habe ihm auf seinem Häslihof eine funktionsfähige Paketbombe vorgeführt und verraten, damit gegen Tierqüaler vorgehen zu wollen, sagte Kessler der Zeitung. Die Aussage, dass diese Bomben-Demonstration „allerdings schon einige Monate“ zurückliegen soll, wirft die Frage auf, warum der VgT-Chef den offenkundig brandgefährlichen Bichsel so lange unbehelligt gelassen hat. Er gestehe ein, dass die Information an die Polizei „spät“ gekommen sei, habe jedoch „selber Angst“ gehabt, sagte Kessler dem Blick als angebliche Erklärung für seine Zurückhaltung. 

Während der vergangenen Monate hätte Kessler einfach noch mal auf der Webseite seiner Organisation nachlesen müssen. Dort steht unter anderem geschrieben: „Der VgT [...] lehnt Gewalt und Terror als Mittel zur Durchsetzung tierschützerischer Anliegen ab.“ Kesslers Wikipedia-Eintrag zufolge hat der Tierrechtler selbst übrigens jede Menge Erfahrung mit juristischen Auseinandersetzungen. Der österreichische Ableger des Vereins gegen Tierfabriken fällt in schöner Regelmäßigkeit durch zweifelhafte Stimmungsmache gegen die Jagd auf (wir berichteten hier und hier).

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