„Tierrechtler“ bekennen sich zu neuestem Brandanschlag

Foto: Thomas Hohendahl

Nach einem feigen Brandanschlag auf einen Schießstand in Niedersachsen (wir berichteten) gibt es ein Bekennerschreiben. Erneut ist der Absender die „Animal Liberation Front“ (ALF). Schreibweise und Stil passen zu den Bekennerschreiben nach Brandanschlägen auf Schliefenanlagen in Hildesheim (wir berichteten) und Göttingen. Der Betreff des Schreibens ist an Dreistigkeit und Übermut kaum zu überbieten. Die selbsternannten „Tierrechtler“ titeln: „alf renoviert schießstand“. Wieder schrecken die Straftäter auch vor persönlichen Drohungen nicht zurück und raten dem Verein „den Schießstand weiter zu betreiben, wenn auch Interesse an Renovierungen im privaten Bereich besteht“.

Zum Hintergrund: In der Nacht von Freitag auf Samstag hinterließen mehrere Täter eine Spur der Verwüstung auf dem Schießstand in Banteln. Die 100-Meter-Bahn wurde durch Brandsätze vollständig zerstört, auch die Technik auf der Schießanlage „Laufender Keiler“ muss komplett erneuert werden. Zusätzlich verklebten die Täter Schlösser, zerstörten einen Rasenmäher und verstopften den Schornstein mit Bauschaum. Der Schaden wird auf gut 150.000 Euro geschätzt. Mitte Juni will der Verein den Regelbetrieb wieder aufnehmen. Auf dem Schießstand trainieren nicht nur Jäger aus der Umgebung, auch Spezialeinheiten der Polizei (SEK und MEK) üben dort regelmäßig.

Das an Dreistigkeit und Selbstgefälligkeit kaum zu überbietende Bekennerschreiben lesen Sie unten stehend.

Das Bekennerschreiben der ALF im Wortlaut

alf renoviert schießstand

nachdem wir in den vergangenen monaten bereits zwei schliefenanlagen in hildesheim und göttingen besucht hatten, haben wir in der nacht von freitag auf samstag den schießstand am oberg in banteln (kreis hildesheim) kostenfrei renoviert. schließlich sollten sich die jäger beim übungsschießen am darauf folgenden samstag auch so richtig wohlfühlen können. dem betreibenden verein raten wir den schießstand weiter zu betreiben, wenn auch interesse an renovierungen im privaten bereich besteht.

nachdem wir das renovierungsbedürftige objekt über mehrere wochen hinweg beobachtet hatten, konnten wir endlich loslegen. wir hoffen verklebte schlösser, ein auf fußantrieb umgestellter rasentraktor und die nutzung der schießbahnen als lagerfeuer konnten den jägern einen warmen empfang bereiten, damit sie mit „Freunden und Bekannten einen erlebnisreichen Tag auf diesem schönen Schießstand“ (webauftritt des vereins) verbringen und ausgiebig „reale Drückjagdsituationen üben und sich perfekt auf die Jagdsaison vorbereiten“ (webauftritt des vereins) konnten.

exkurs: drückjagd

die drückjagd ist eine tolle beschäftigung für alle, die es unterhaltsam finden, hunderte individuen mit hilfe von so genannten jagdhunden in die enge zu treiben und dann zu ermorden. neben den hunderten toten ist es auch für die überlebenden ein aufregendes ereignis. endlich ist die eigene bezugsgruppe wieder übersichtlicher und auch die verwaisten kinder freuen sich, dass sie endlich auf sich allein gestellt sind.

an dieser stelle ein großes dankeschön, von uns an euch, für all eure mühen! und bitte achtet gut darauf, dass ihr euch nicht gegenseitig über den haufen schießt. da wären wir wirklich sehr traurig, wenn wir euch bei diesem mordsspaß nicht auch weiterhin unterstützen könnten.

wir werden die mitglieder des vereins auch weiterhin engmaschig betreuen, wenn der schießstand weiter betrieben werden sollte. denn auch wir wünschen uns, dass weiterhin geübt wird individuen zu jagen, damit auch die nächste reale ermordung wie geplant von statten geht und zwar egal aus welcher noch so sinnlosen und inakzeptablen motivation heraus. 

weidmanns heil

eure alf

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