Tierpark rechtfertigt Wolfsabschuss

Etliche Versuche, die Wölfin zu fangen, scheiterten. Der Isselburger Tierpark veröffentlicht zur schwierigen Suche eine Stellungnahme.

Wildkameraaufnahme der entlaufenen Wölfin

Foto: Biotopwildpark Anholter Schweiz

Die aus einem Tierpark im nordrhein-westfälischen Isselburg entlaufene Wölfin ist tot. Sie musste am Wochenende getötet werden. In einer Stellungnahme auf Facebook erklärt der Biotopwildpark Anholter Schweiz die Geschichte und die Beweggründe dahinter.

Drei weibliche Wölfe sollten am Dienstag, 5. September, mit einem Narkosemittel betäubt werden, um sie anschließend in einen anderen Wildpark umzusiedeln. Doch im Absperrgehege bekam eine Wölfin Panik und übersprang den 2,70 Meter hohen, mit 6000 Volt ausgestatteten Zaun. Damit begann die Suchaktion, die jetzt fast zwei Wochen lang anhielt. Die Wölfin soll immer wieder in der Nähe des Zaunes gewesen sein. Wildkameras fotografierten sie, auch am Spielplatz, in der Heide und beim Damwild.

Ansitze wurden installiert, Köderstellen mit Lebendfallen aufgestellt. Von verschiedenen Verstecken aus sollte die Wölfin ausfindig gemacht und mit einem Narkosegewehr betäubt werden, heißt es in der Stellungnahme. Doch die Versuche waren vergeblich. Nach Einbruch der Dämmerung kam die Betäubung nicht mehr infrage. Da die Wirkung erst später eintritt, wäre die Wölfin auf dem großflächigen Gelände von 56 Hektar möglicherweise nicht gefunden worden.

Eine weitere Person mit einem Narkosegewehr wurde ausfindig gemacht. Gemeinsam mit Einsatzkräften der Feuerwehr Isselburg konnte die Wölfin gefunden und mit dem Narkosegewehr getroffen werden. Der Pfeil wurde dabei allerdings nicht ausgelöst oder aber er streifte lediglich die Schulter. Damit konnte das Tier erneut fliehen. Die Suche mit dem Hund nützte ebenfalls nichts. Er konnte keine Fährte aufnehmen, da der Wolf ständig durchs Areal streifte. Schließlich wurden Absperrzäune aufgebaut, um die Wölfin in Richtung Narkosegewehr zu lenken. Auch diese Aktion misslang, die Wölfin übersprang kurzerhand den Zaun. Auch vor den Menschen zeigte sie keinerlei Scheu, einem Helfer biss sie in den Fuß. Glücklicherweise trug dieser Stahlkappenschuhe. Für die Helfer und die Leitung des Parks stand jetzt fest, dass die Wölfin die Scheu vor Menschen und Zäunen verloren habe.

Tierpark zieht Konsequenz aus Vorfall 

Am Tag darauf startete der Tierpark den letzten Versuch: Mit einem kleinen Team versuchten die Helfer erneut, die Wölfin in Richtung Narkosegewehr zu scheuchen. Dieses Mal mit Schützen zum eigenen Schutz. Doch auch dieses Mal hatte die Wölfin dazu gelernt. Sie hielt sich nur noch am Außenzaun auf. Als sie auch diesen überspringen wollte, musste sie erschossen werden.

Der Tierpark zieht aus dem Vorfall Konsequenz. Zusätzliche Matten im oberen Teil des Zaunes sollen den Außenzaun des Wolfsgeheges zukünftig schützen, das Außengehege soll mit einem Maschendraht überspannt werden.

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