Teurer Tesla war Remmel nicht gut genug

110.000-Euro-Dienstwagen des ehemaligen NRW-Umweltministers wurde offenbar kaum genutzt.

Johannes Remmel

Foto: Bernd Schälte/Bildarchiv des Landtags Nordrhein-Westfalen

Der ehemalige nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sorgt auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt noch für Negativschlagzeilen. Wie der „Stern“ berichtete, entpuppte sich ein 110.000 Euro teurer Tesla-Dienstwagen Remmels quasi als unbrauchbar. Die Elektro-Limousine wurde nur für 43 Fahrten genutzt – nicht nur wegen der zu kurzen Reichweite, sondern auch, weil es dem Minister auf der Rückbank offenbar zu unbequem war.

„Die kühne Vision der Elektromobilität wurde schnell von den schnöden Realitäten des Alltags eingeholt“, stellte der „Stern“ fest. Da die Zielorte des Umweltministers in einem großen Land wie NRW „nicht zwingend neben einer Ladesäule lagen“, hätten die Probleme auf der Hand gelegen: Der Tesla habe verlässlich nur eine Reichweite von 300 Kilometern geschafft, zudem ließen sich lange Ladepausen nicht mit Remmels Terminkalender vereinbaren. Weil der Minister auf seiner Rückbank sowohl Komfort als auch die Möglichkeit vermisste, vernünftig zu arbeiten, war das Aus für den teuren Tesla offenbar perfekt.

Der „Stern“-Bericht prangert Remmels „bedenkenlosen Umgang mit Steuergeldern“ an und gibt zu bedenken: Die ungenügende Praxis-Reichweite hätte man ebenso wie die unbequeme Rückbank wohl auch an einem Probe-Wochenende entdecken können.

Im Frühjahr, als er noch amtierte, hatte Remmel in einem Interview mit Outfox-World von einer 500-Kilometer-Reichweite des Wagens gesprochen. Auch die angebliche „Schnellladung innerhalb einer halben Stunde“ begeisterte den Grünen-Politiker. Weiter sagte Remmel, die bei anderen Herstellern üblichen Leasingangebote wären bei dem Tesla „für das Land unwirtschaftlich gewesen“. Der Kaufpreis habe aber umgerechnet im Rahmen dessen gelegen, was im Fuhrpark der Landesregierung auch sonst für Oberklasse-Limousinen veranschlagt werden müsse.

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