Streit um jagdfreie Zonen: Meiste Anträge abgelehnt – Jagd ist unverzichtbar

Die Jagd ist und bleibt in Deutschland sehr wichtig. Das zeigt nicht zuletzt ein aktueller Bericht des NDR. Daraus geht hervor, dass in Niedersachsen die meisten Anträge auf eine „Befriedung“ privater Grundstücke abgelehnt werden, weil ein Bejagungsstopp weitreichende Konsequenzen hätte. Bundesweit gibt es demnach zwar immer mehr jagdfreie Gebiete – die Quote der bewilligten Anträge variiert aber von Bundesland zu Bundesland stark. In Niedersachsen sei ein Grundstück in lediglich fünf von 60 Fällen befriedet worden. In Nordrhein-Westfalen und Bayern knapp jeder vierte Antrag bewilligt worden. In Schleswig-Holstein sind es 40 Prozent und in Baden-Württemberg 57 Prozent. 

Seit rund zwei Jahren existiert nun bereits die Möglichkeit, einen Antrag auf „Befriedung“ des eigenen Grundstücks zu stellen. Das „Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften“ wurde im September 2013 erlassen und bietet Eigentümern die Möglichkeit, ihr Grundstück aus ethischen Gründen von der Jagd auszuschließen. 

In Niedersachsen hätten die geringe Aussicht auf Erfolg sowie die hohen Verfahrenskosten von über 700 Euro eine abschreckende Wirkung, heißt es von Naturschützern. Das Landwirtschaftsministerium betont dem Bericht zufolge aber klar, dass die hohen Bearbeitungsgebühren nicht zu einer Abschreckung führen sollen. Für die Ablehnung der Anträge gebe es außerdem gute Gründe. Zum einen würden sich Wildschäden und Unfälle häufen, wenn weniger gejagt  würde. Zum anderen sehe das Jagdrecht „grundsätzlich eine flächendeckende Bejagung vor“, heißt es aus dem Ministerium. In vielen Fällen gebe es im Hintergrund oftmals „andere Ursachen als die ethische Grundhaltung“.

Der Bericht des NDR wurde durch den Fall von Susanne Ihden angestoßen. Die Vegetarierin und Jagdgegnerin hatte sich im Jahr 2003 ein vier Hektar großes Areal erworben, ohne zu wissen, dass auf dem Grundstück gejagt werden darf. Dem Bericht zufolge war ihr Ziel, ein Refugium für Wildtiere zu schaffen. Auch sie stellte einen Antrag, der abgelehnt wurde – die Jagd sei auch auf ihrem Grund und Boden unerlässlich, um Wildschäden und Wildunfälle auf der benachbarten Straße zu vermeiden.

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