Skurriler Einsatz durch schnarchende Eulen

Besorgte Anwohner riefen in Oestinghausen die Feuerwehr, weil sie ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen hatten.

Schleiereule

Foto: Kdsphotos

In der Gemeinde Oestinghausen im Kreis Soest (NRW) ist um Mitternacht meist nicht viel los. Umso mehr beunruhigte es offenbar die Anwohner, als sie vor einigen Tagen ungewöhnliche Geräusche in der Nähe eines Baumes wahrnahmen: Sie vermuteten Tiere in Not und riefen die Feuerwehr, wie der Soester Anzeiger berichtete. Die nächtliche Suche der Einsatzkräfte blieb zunächst erfolglos. Als die Feuerwehrleute jedoch weiter nachforschten, machten sie eine ungewöhnliche Entdeckung: zwei Schleiereulen. Diese hatten sich den Ort zum Nisten ausgesucht und brauchten offensichtlich trotz ihrer Rufe keine Hilfe.

Über die Entdeckung freut sich die Mitarbeiterin der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) im Kreis Soest, Birgit Beckers. Den beunruhigenden Lärm erklärt die Naturschützerin gegenüber der Zeitung so: „Schleiereulen machen schnarchende Geräusche und sie brüten relativ lange. Und in guten Mäusejahren brüten sie auch mehrfach.“

Ob es ein gutes oder ein schlechtes „Mäusejahr“ ist, kann sich lokal stark unterscheiden: „Wir können nicht feststellen, dass es explosionsartig viele Mäuse gibt, aber hier und da kommen doch recht viele Mäuse vor, sodass auch die Schleiereulen ausreichend Nahrung finden“, so Beckers weiter. Im Winter haben die nachtaktiven Jäger schon schlechtere Chancen, genug Nahrung unter der Schneedecke zu erbeuten.

Daher ruft der Soester Anzeiger die Oestinghauser zu mehr Eulen-Solidarität auf. Schleiereulen sind Gebäudebrüter, das heißt, sie sind auf menschliche Hilfe angewiesen. Optimal eignen sich Scheunen, wo die relativ scheulosen Vögel auch im Winter auf Mäusejagd gehen können. Wer also den heimischen Schleiereulen etwas Gutes tun will– nicht nur in Oestinghausen –, sollte sie mit offenen Scheunentoren willkommen heißen.

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