Schwimmendes Wildschwein attackiert Urlauber

Wildschwein

Symbolbild: Simon Rieber

Ein kräftiger Körperbau und messerscharfe Eckzähne – ein Wildschwein kann besonders aus nächster Nähe betrachtet ganz schön bedrohlich wirken. Dass Begegnungen mit den Schwarzkitteln tatsächlich alles andere als angenehm sind, weiß jeder Jäger und wurde durch ein bei Youtube veröffentlichtes Video kürzlich einmal mehr deutlich.

Der 60 Sekunden lange Clip bietet einen surrealen Anblick. Mehrere Urlauber liegen nichtsahnend am Ostseestrand des polnischen Badeortes Karwia, einige davon filmen einen Jetski, der wenige Meter vom Meeresufer entfernt seine Kreise dreht. Urplötzlich taucht ein Wildschwein aus den Wellen auf. Das Tier versucht zu flüchten, scheitert allerdings an einem Zaun. In Panik attackiert es Urlauber, die hinter einem Windschutz gelegen haben. 

Trotz des am Ende glimpflichen Ausgangs: Das Video von der polnischen Ostseeküste verdeutlicht nicht nur eindrucksvoll, dass Wildschweine extrem gute Schwimmer sind. Vor allem zeigt es, wie gefährlich Begegnungen mit Wildschweinen für uns Menschen sein können.

„Das sind schon furchterregende Tiere“, sagt Dr. Wolfgang Fröhlich gegenüber Outfox-World. Der Leiter des Naturzentrums Wildpark Knüll in Nordhessen hält die Tiere für „sehr wehrhaft“ und „prinzipiell gefährlich“. Nicht nur Bachen seien in Anwesenheit ihrer Jungtiere aggressiv, auch allein umherziehende Keiler könnten Menschen attackieren – wie das Video aus Polen anschaulich zeigt. 

Auch an deutscher Ostseeküste sorgen Wildschweine für Schäden

Unterdessen sorgen Wildschweine nicht nur an der polnischen, sondern auch an der deutschen Ostseeküste für Ärger. Auf den Promenaden der Gemeinde Heringsdorf auf Usedom richten die Tiere immer wieder Schäden an. „Das sind schon gut 10.000 Euro“, schätzte Gemeindemitarbeiterin Chris Willert gegenüber der Ostsee-Zeitung. Man habe bereits Kontakt mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald aufgenommen. Sollte die Rotte, die auf Usedom ihr Unwesen treibt, erneut unangenehm auffallen, könne der Kreis die Genehmigung erteilen, in einem befriedeten Bezirk auf Jagd zu gehen.

Wie so oft trägt der Mensch selbst einen großen Teil Verantwortung für die Situation. Um ein Foto aus nächster Nähe mit den imposanten Tieren zu bekommen, werden diese durch unvernünftige Leute immer wieder angefüttert. Die gesunde Distanz zwischen Tier und Mensch wird dadurch immer weiter aufgehoben, die Scheu der Wildschweine geht verloren – kein Wunder, dass sich unliebsame Begegnungen mit den Schwarzkitteln häufen. Ein Vorfall wie der im polnischen Karwia ist jedoch auch für Wildschweinexperte Dr. Fröhlich ungewöhnlich: „So etwas habe ich bislang noch nicht gesehen.“

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