Schweizer Nationalrat will Schutzstatus für Wölfe kippen

Wolf

Foto: Dieter Hopf

Nicht nur in Deutschland wird intensiv über den Wolf diskutiert. Auch in der Schweiz ist das Raubtier immer wieder ein Thema politischer Debatten (wir berichteten). So sprach sich der Nationalrat am Mittwoch dafür aus, dass der Wolf in der Alpenrepublik künftig nicht mehr als geschützte Art gilt und die Jagd auf ihn erlaubt wird. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung.

Anlass war die Walliser Initiative „Wolf. Fertig lustig“, die sich für eine dementsprechende Verfassungsänderung einsetzt. Konkret wird gefordert, dass die Berner Konvention neu verhandelt wird und die Schweizer Regierung den Schutz des Wolfs aus dem völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz löscht. Außerdem soll die Jagdgesetzgebung geändert werden, sodass der Wolf gejagt werden darf. Als nächstes muss nun der Ständerat entscheiden. Dieser hatte im März dieses Jahres die gleiche Initiative schon einmal mit 26 zu 17 Stimmen abgelehnt.

Die Schweizer Politik ist bei dem Thema Wolf in zwei Lager geteilt. Franz Ruppen, Präsident der Kommission des Nationalrats und Vorstandsmitglied des Vereins „Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere“, vertritt etwa die Meinung, die durch die Ausbreitung des Wolfes verursachten Probleme seien „massiv nachteilig“ für die Berglandwirtschaft der Alpenrepublik. Vereinzelte Abschüsse und Herdenschutzmaßnahmen könnten Wolfsrisse nicht komplett verhindern und seien zudem sehr teuer. Die bisherige Strategie des Bundes, der eine maßvolle Regulierung des Wolfbestandes ohne Aufhebung des Schutzstatus verfolgte, könne die Wolfsproblematik nicht lösen.

Silva Semadeni, Präsidentin von Pro natura Schweiz, hält dem entgegen, dass die Politik mit der mehrfachen Anpassung der Jagdverordnung und dem Wolfskonzept bereits adäquat auf die Wolfsthematik reagiert habe. Radikale Lösungen seien „weder wünschenswert noch durchsetzbar“, zumal die Regulation von einzelnen Tieren und Rudeln bereits zugelassen sei.

Landesweit gibt soll es in der Schweiz derzeit rund 40 Wölfe, immer wieder kommt es zu Wildrissen (wir berichteten). Bislang galt die Dezimierung von geschützten Tierarten wie dem Wolf nur für Einzeltiere und nur unter strengen Bedingungen (wir berichteten). Der Schweizer Bundesrat hatte Ende August Vorschläge zu einem neuen Jagdgesetz präsentiert, wonach Behörden die Dezimierung ganzer Bestände, auch von Bären, erlauben können. Die Bedingung dafür ist, dass die Tiere die Artenvielfalt oder Lebensräume bedrohen und Menschen gefährden.

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