Schweden testen den EU-Wolfsschutz

Zwei Wolfs-Abschüsse am vergangenen Wochenende. Behörde setzt zum Schutz der Rentierweide Hubschrauber ein.

Zwei Wölfe (Beispielbild: Steve Felberg)

Zwei Wölfe (Beispielbild: Steve Felberg)

Wie weit geht der Wolfsschutz in der Europäischen Union? Schweden liefert immer neue Beispiele für Sonderwege. Jüngst mal wieder mit einem Wolfsabschuss - per Helikopter, zum Schutz der Weidewirtschaft. 

Den aus Osteuropa zugewanderten Wolf ereilte sein Schicksal am vergangenen Samstag im Rentierweidegebiet südlich der nordschwedischen Bergwerksstadt Kiruna. Im Visier hatten die Behörden das Tier schon seit August. Jetzt war das Maß offenbar voll: Am Morgen nach der Abschussverfügung stiegen bewaffnete Staatsbedienstete in den Helikopter, kurze Zeit später war der aus amtlicher Sicht verhaltensauffällige Wolf tot. 

Ein Sprecher der örtlichen Rentierhalter lobte die Behörden und hatte auch eine Antwort auf kritische Fragen nach Beweisen für die Schäden, die das Raubtier angerichtet hatte: „Er hat ganz bestimmt nicht nur von Luft und Liebe gelebt.“ 

Es war nicht der einzige Schweden-Wolf der am vergangenen Wochenende sein Leben ließ: Bei einer Elchjagd im Gemeindegebiet von Voxnabruk in der mittelschwedischen Provinz Hälsingland machte ein Hundeführer vom Nothilferecht Gebrauch und streckte eine Wölfin, die zusammen mit einem Artgenossen den Hund des Jägers attackierte. (Für Jura-Feinschmecker: Im Gegensatz zum deutschen Recht gilt Nothilfe in Schweden auch, wenn es um Haus- und Nutztiere geht.) 

Inzwischen haben die örtlichen Behörden den Nothilfe-Abschuss untersucht und festgestellt, dass der Jäger rechtmäßig handelte und zunächst einen Warnschuss abgab, der die beiden Wölfe aber nicht beeindruckte. Ob der Schütze unbehelligt bleibt, ist dennoch offen: Mehrfach kam es in Schweden bereits zu Strafverfahren gegen Jäger, die beim Wolfsabschuss den polizeilichen Ermittlungen zufolge nichts falsch gemacht hatten.

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