Scheuloser Wolf im Landkreis Lüneburg

In den Gemeinden Boitze und Neetze sind die Weidetierhalter nach neuen Vorfällen der Verzweiflung nahe.

Wolf

Symbolbild

Im niedersächsischen Landkreis Lüneburg sorgt ein Wolf für Aufsehen, der offenbar wenig Scheu vor Menschen zeigt. Wie die Landeszeitung für die Lüneburger Heide berichtet, wurden in der Nacht zu Mittwoch mitten in der Gemeinde Boitze drei Kamerunschafe und eine Heidschnucke gerissen. Außerdem soll ein Wolf kürzlich längere Zeit neben ein Trecker hergelaufen sein.

Die Zeitung schreibt von einer „blutigen Visitenkarte“, die der Wolf in den Orten Boitze und Neetze hinterlassen habe. Die Weidetierhalter treibe dies zur Verzweifelung. Landwirt Volker Mennerich, der in der vergangenen Woche vier seiner Tiere verlor, zeigte sich erstaunt, dass der Wolf sich derart weit in eine bebaute Siedlung getraut habe: „Mitten im Ort, das hätte ich nie und nimmer gedacht“, sagt Mennerich dem Bericht zufolge. Boitzes Bürgermeister Udo Staacke bestätigte, vor rund einer Woche sei ein Wolf für einige Zeit neben einem Trecker hergelaufen – „ohne Scheu“.

Staacke sagte laut dem Bericht, er könne nicht nachvollziehen, dass die niedersächsische Landesregierung den Wolf nach wie vor unter strengen Schutz stelle. „Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn ein Wolf einen Menschen anfällt“, unterstrich der Bürgermeister.

Für die Landeszeitung steht fest, dass sich das Leben in der beschaulichen Region seit der Rückkehr des Wolfes verändert hat: Kindergarten-Kinder machten weniger Ausflüge und manch ein Hundehalter traue sich aus Furcht vor dem Wolf nicht mehr auf längere Spaziergänge.

Unterdessen hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in einem aktuellen Schreiben an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gefordert, Weidetiere besser vor dem Wolf zu schützen. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, sieht die Politikerin einen „großen Handlungs- und Aufklärungsbedarf“. Zu Schäden kommt es Hendricks zufolge vor allem dann, „wenn Nutztierhalter notwendigen und zumutbaren Schutz nicht oder nicht ausreichend verwenden“. Eine Jagd-Freigabe für den Wolf lehnte die Ministerin ab.

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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