Schalldämpfer: Zwei jäger verlieren vor Gericht

Schalldämpfer von Merkel

Am Verwaltungsgericht Düsseldorf haben am Dienstagnachmittag zwei Jäger ihre Prozesse gegen das Land NRW verloren – ihre Klagen wurden abgewiesen. Die beiden Männer hatten dagegen geklagt, dass sie keine Schalldämpfer für ihre Berufsausübung erwerben dürfen.

Das Gericht begründet das Urteil so: "Bei den beiden Klägern liegt zwar ein besonders anzuerkennendes persönliches und wirtschaftliches Interesse an der Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse als Jäger vor, da sie im Rahmen ihrer beruflichen Aufgaben als Förster bzw. angestellter Revierjagdmeister die Jagd ausüben. Die Kläger haben aber nicht glaubhaft gemacht, dass der Einsatz eines Schalldämpfers für den beantragten Zweck erforderlich ist. Zum Zweck des Gesundheitsschutzes können die Kläger auf den Einsatz elektronischer Gehörschutzstopfen (sog. „in-ear-Gehörschutz“) verwiesen werden. Dass solche Gehörschutzstopfen generell oder in dem jeweiligen besonderen Fall ungeeignet wären (etwa wegen mangelnder Schalldämpfung, der Gefahr des Herausfallens oder mangelnder Ermöglichung des Richtungshörens), haben die Kläger nicht glaubhaft gemacht. Soweit das Interesse eines Jägers auch die Gesundheit des für die Jagdausübung benötigten Jagdhundes umfasst, überwiegt dieses Interesse jedoch nicht gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Gefahrenabwehr. Auch bei der insgesamt geringen Deliktrelevanz von Schalldämpfern besteht im Falle einer vermehrten Erteilung von Schalldämpfererlaubnissen eine erhöhte Gefahr, dass diese in die Hände Unbefugter geraten und zu kriminellen Zwecken missbraucht werden. Diese Gefahr wiegt schwerer als für den Einsatz von Schalldämpfern sprechende öffentliche Belange (z.B. Tierschutz, Lärmschutz)."

Für den Rechtsanwalt eines Klägers und Justiziar des Landesjagdverbandes NRW, Hans-Jürgen Thies, ist das Urteil eine Überraschung. Er war von einem Sieg seines Mandanten ausgegangen. Outfox-World sagte er: „Dieses Urteil ist ein Rückschlag für unser Bemühen, den Gehörschutz der Jäger zu verbessern.“

Im Prozess hatte das Gericht viele Fragen zur Häufigkeit der Jagd gestellt. Auch das Gutachten von Ohrenärzten wurde eingefordert. Trotzdem reichten die Argumente und die schon entstandenen Hörschäden nicht aus, um das Bedürfnis für einen Schalldämpfer zur Jagdausübung anzuerkennen. Für die beiden Jäger bleibt jetzt der Gang vor die nächsthöhere Instanz – das Oberverwaltungsgericht Münster. Hans-Jürgen Thies kündigte gegenüber Outfox-World bereits an, mit seinem Mandanten in Berufung gehen zu wollen.

Im Herbst 2015 hatte ein NRW-Gericht, im Gegensatz zum aktuellen Fall, das „besondere Bedürfnis zum Schutz des Gehörs“ eines Jägers anerkannt. Seitdem darf ein Jäger aus Bielefeld einen Schalldämpfer benutzen. 

Was halten Sie von diesem Urteil? Diskutieren Sie mit uns über unsere Kommentarfunktion!

Schlagworte
Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!