Remmel freut sich: „Wälder sind Alleskönner“

Wald

In Nordrhein-Westfalen will Umweltminister Johannes Remmel die Waldfläche weiter wachsen lassen. Da bundesweit jedem Bürger durchschnittlich fast drei Mal so viel Wald zu Verfügung stehe wie den Menschen in NRW, solle der Waldanteil weiter erhöht werden, sagte Remmel.

Der Grünen-Politiker stellte am Mittwoch die Ergebnisse der zweiten Landeswaldinventur vor: So gibt es derzeit rund 935.000 Hektar Waldfläche in NRW, was etwa 27 Prozent der Landesfläche ausmacht. Trotz der hohen Flächenkonkurrenz durch andere Nutzungsarten wie Landwirtschaft, Siedlung und Verkehr stieg die Waldfläche in den vergangenen Jahren leicht an. Die dominierende Baumart ist weiterhin die Fichte, die auf 252.000 Hektar Waldfläche wächst, gefolgt von der Buche (160.000 Hektar), der Eiche (140.000 Hektar) und der Kiefer (65.000 Hektar). Insgesamt gibt es mehr Laubbäume (58 Prozent) als Nadelbäume (42 Prozent).

„Unsere Wälder sind Alleskönner“, erklärte Remmel. „Sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und damit Teil des wilden Nordrhein-Westfalens. Sie dienen den Menschen zur Erholung und sind außerdem Produktionsstätten für den nachwachsenden Rohstoff Holz und tragen somit auch zum Klimaschutz bei.“

Besonders hob der Minister die Bedeutung der Wälder für die Artenvielfalt hervor. „Der Artenverlust ist neben dem Klimawandel die größte Bedrohung für uns und die Art und Weise, wie wir leben werden“, sagte Remmel. Insgesamt seien nach der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW etwa 45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Zu genau diesem Punkt und der Nennung des „45-Prozent-Wertes“ hatte erst kürzlich der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe, Vorwürfe gegen Remmel erhoben (wir berichteten). Der grüne Minister ignoriere Erfolge beim Artenschutz und setze stattdessen „immer wieder neue Schreckensvarianten in die Welt“. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage Deppes hatte sogar Remmels Ministerium bestätigt, dass in Wirklichkeit eher rund 15 Prozent der Arten in NRW als vom Aussterben bedroht oder als ausgestorben einzustufen seien.

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