Reh und Fasane ausgemäht

Jagdpächter stellt Strafanzeige gegen Landwirt

Traktor mit Mähwerk bei der Mahd (Symbolbild: Elsemargriet)

Traktor mit Mähwerk bei der Mahd (Symbolbild: Elsemargriet)

Im niedersächsischen Lingen (Landkreis Emsland) wurden am Mittwochnachmittag (12.05.2021) fünf Fasane und ein Reh bei Mäharbeiten getötet.

Schwarze Schafe gibt es überall – auch bei den Landwirten. Kommt die überwiegende Mehrzahl ihrer Verantwortung nach, die Jagdpächter vor geplanten Mäharbeiten zu informieren, versäumen dies jedoch einige, entweder aus Gleichgültigkeit der Kreatur gegenüber oder aus Nachlässigkeit. Unwissenheit jedenfalls, kann als Ursache nahezu ausgeschlossen werden, bemühen dich doch die Landesjagdverbände bundesweit jedes Jahr gebetsmühlenartig aufs Neue um Aufklärung und Information.

Die hier zuständige Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. beispielsweise veröffentlichte in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Landvolk Niedersachsen und dem Landesbauernverband e.V. rechtzeitig zum Beginn der Frühjahrsmahd Informationsmaterial, in dem diverse Präventionsmaßnahmen empfohlen werden, die helfen können, Wildtierverluste bei der Mahd zu vermeiden. Dort heißt es in Auszügen:

„Die Frühjahrsmahd steht an und fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen und sicher wähnen. Natürliche Schutzstrategien, wie das „Ducken und Tarnen“ schützen zwar vor Fressfeinden wie dem Fuchs, nicht aber vor den Erntemaschinen. […]

Effektive Wildtierrettung beginnt aber bereits vor der Mahd. Landwirte/Bewirtschafter sind tierschutzrechtlich verpflichtet, bei der Durchführung landwirtschaftlicher Maßnahmen, Tieren vermeidbare Leiden oder Qualen zu ersparen.

Sie sollten die geplanten Erntetermine rechtzeitig, mindestens aber 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter absprechen. Alternativ können die Landwirte/Bewirtschafter der Flächen selbst erforderliche Maßnahmen zur Wildtierrettung ergreifen.“

An diese Handlungsempfehlung hielt sich ein Landwirt in Lingen augenscheinlich nicht, der bei Mäharbeiten am Schluchtweg und an der Ulanenstraße fünf Fasane und ein Reh tötete als er sie mit Traktor und Mähwerk überfuhr. Folgerichtig erstattete der für die Flächen zuständige Jagdpächter Anzeige bei der Polizei, da ihm im Vorfeld nicht die Gelegenheit gegeben worden war, die Felder abzusuchen und die Tiere daraus zu vergrämen oder sie umzubetten. Wie die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim mitteilt, ermitteln die Beamten nun wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

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