Rechtssicherheit beim Einsatz von Wildkameras

Wildkamera-Foto eines Fuchses

Foto: Thomas Müller

Für die Jägerschaft in Rheinland-Pfalz besteht ab sofort Rechtssicherheit beim Einsatz von Wildkameras. Wie der Landesjagdverband (LJV) mitteilt, wurden jetzt mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einige Richtlinien vereinbart, die beim Einsatz der Wildbeobachtungs-Technik zu beachten sind.

Waidmänner und -frauen dürfen Wildkameras demnach nutzen, wenn sie diese auf den Einzelbildmodus einstellen, also nicht auf den Videomodus. Die Aufnahmefrequenz ist dabei so zu wählen, dass ein „durchschnittlicher Waldbesucher“ das von der Kamera überwachte Gebiet durchqueren kann, ohne mehrfach auf einem Foto erfasst zu werden. „Je nach Kameraposition sollte dies bei einer Bildfrequenz von mindestens 30 Sekunden der Fall sein“, heißt es in den Richtlinien.

Prinzipiell sollte der Einsatz von Wildkameras sich auf jagdliche Einrichtungen sowie Wildwechsel beschränken – also in der Regel abseits von Wegen erfolgen. Um die Wahrscheinlichkeit von Aufnahmen zu minimieren, auf denen Personen zu erkennen sind, sollten die Kameras entweder in Kniehöhe oder aber mit steilem Aufnahmewinkel nach unten installiert werden. Werden trotzdem einmal Personen abgelichtet, sind diese Aufnahmen unverzüglich zu löschen. Ausnahmen sind dabei allerdings Straftaten, die von Wildkameras aufgenommen werden. Diese Bilder dürfen zwecks Aufklärung an die Ermittler weitergegeben werden.

„Mit den gemeinsam erarbeiteten Regeln zum Einsatz der Technik enden die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen der Vergangenheit“, freut sich LJV-Vizepräsident und Justitiar Dieter Mahr. „Die Richtlinien, die ab sofort für Rheinland-Pfalz gelten, heben sich wohltuend von den teilweise sehr viel stringenteren Vorgaben in anderen Bundesländern ab.“ Erst im Mai hatte beispielsweise das Verwaltungsgericht des Saarlands geurteilt, dass der Betrieb von Wildkameras grundsätzlich meldepflichtig ist (wir berichteten).

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