Problembären hausgemacht?

Vom unterschiedlichen Verhalten der Großraubtiere im Alpenraum: Einsperren oder gleich erschießen?

Ein Braunbär läuft durch einen Wald (Symbolbild: István Kopeczny)

Ein Braunbär läuft durch einen Wald (Symbolbild: István Kopeczny)

Seit zwei Jahren streift ein Bär durchs Grenzland zwischen Bayern und Tirol. Und er macht offenbar keinerlei Probleme. Ganz im Gegensatz zu einem Artgenossen, um den sich im italienischen Trient Bärenfreunde kümmern.

Groß war die Aufregung, als im Sommer 2019 ein junger Bär im Werdenfelser Land auftauchte. Heute interessiert das Raubtier kaum noch. Es bleibt menschlichen Siedlungen fern und erschreckt auch keine Wanderer. Ganz im Gegensatz zu seinem Artgenossen „Bruno“, der 2006 im Staatsauftrag erschossen wurde.

Ganz anders als im Werdenfels läuft es mit Braunbär M49 aus dem Bären-Projekt im italienischen Trentino. Schon zweimal gelang ihm die Flucht aus der Gefangenschaft, die ihm nach Zwischenfällen verordnet worden war.

Unklar ist, ob spektakuläre Ereignisse auf das Konto von M49 gehen. Nach seiner zweiten Flucht aus einem Tierpflegezentrum verletzte er einen Polizeibeamten, den Weidetierhalter alarmiert hatten. Noch schlimmer erwischte es im Sommer 2020 zwei Wanderer in den Dolomiten.  Erst warf der Bär den Sohn zu Boden, dann nahm er sich den Vater vor, der seinem Sohn zur Hilfe eilte.

Ob es sich beim Südtiroler Problembären um den „Ausbrecherkönig“ M49 handelt, ist bisher nicht bekannt. Sicher ist hingegen: Wie „Bruno“, dessen Mutter nach einem Verkehrsunfall in einer Tierklinik aufgepäppelt worden war, hatte auch M49 reichlich Kontakt mit Menschen. Und in Italien läuft eine hitzige Debatte, ob Problembären eingefangen und eingesperrt werden sollen – oder besser gleich erschossen.

Schließlich ging auch Bruno in Italien schon mal in die Falle und wurde wieder ausgewildert, bevor er sich auf seine letzte Reise nach Bayern machte.

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