Problembär 2.0 in den Alpen

Spannend, wie unterschiedlich das Aufregungspotenzial in der Jagdgegnerszene ausfällt: Dass aktuell in Südtirol ein Braunbär mit einem Leben spielt, ist dort noch nicht richtig angekommen. Dabei ähneln die Fakten dem Tanz um Braunbär „Bruno“ zum Verwechseln.

Ein Braunbär auf Wanderschaft.

Symbolbild: DebWatson

Die Fakten sprechen auch im aktuellen Fall eine klare Sprache: Wie einst „Bruno“, der es sich am hellen Tag neben einer gut besuchten Eisdiele gemütlich machte, zeigt sich auch sein Artgenosse „M 49“ wenig menschenscheu. Nahbegegnungen mit Wanderern und Hirten sind dokumentiert. Hinzu kommen Nutztierrisse, die „Brunos“ Missetaten eher harmlos erscheinen lassen: Geprüft wird noch, ob ein ausgewachsenes Pferd aufs Konto des Tiroler Jungbären geht. Die „Handschrift“ spricht dafür, ein Rinder-Kalb erledigte „M 49“ zuvor mit einem einzigen Tatzenhieb.

Die Südtiroler Regierung ist entschlossen, den Bären töten zu lassen, wenn er weiter Angst und Schrecken verbreitet und sich nicht einfangen lässt. Landeshauptmann Arno Kompatscher: „Wenn Gefahr für Leib und Leben von Menschen besteht, dann kann der Landeshauptmann auch Anordnungen treffen, ohne dafür vorher Bewilligungen einzuholen.“

Wie Bruno stammt M 49 aus dem Nationalpark der italienischen Provinz Trentino. Und wie Bruno sorgt er für veritablen Streit mit der Zentralregierung in Rom, die ein großes Herz für wilde Bären hat. Deshalb soll der Problembär eingefangen und mit einem Peilsender bestückt wieder in die Freiheit entlassen werden. Bei Bruno allerdings hatten sich die „sanften“ Methoden seinerzeit als wenig wirksam erwiesen: Vergrämungsmethoden mit Gummi-Schrot und Knallkörpern stehen vielmehr im Verdacht, den Jungbären damals nach Bayern vertrieben zu haben – mit tödlichem Ausgang.

Und auch mit diplomatischen Komplikationen: Der Forderung aus Rom, den Bären-Kadaver an Italien auszuliefern, widersetzte sich die Münchner Staatsregierung. Nun steht Bruno ausgestopft im Münchner Museum „Mensch und Natur“. Der Umweltminister, der den Schießbefehl verfügte, war dagegen wenig später seinen Posten los.

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