Osnabrück: Heftige Kritik am „Einknicken“ vor Peta

Die Entscheidung der niedersächsischen Stadt, Angel-Angebote für Kinder und Jugendliche zu streichen, sorgt für Empörung.

Kinder angeln

Foto: hectorfn

Die Entscheidung der Stadt Osnabrück, Angel-Angebote aus dem Ferienpass-Programm für Kinder und Jugendliche zu streichen, hat heftige Kritik hervorgerufen. Neben dem Anglerverband Niedersachsen äußerten auch CDU und FDP ihre Empörung. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde von einem „Einknicken“ vor der „militanten Tierrechtsorganisation Peta“.

Peta-Mitglieder wollten offenbar allen Menschen ihren Lebensstil aufzwingen, sagte Brickwedde. Jeder solle jedoch frei entscheiden, wie er zum Thema Angeln stehe und ob er Fisch verzehren wolle. Dass die Jugendpflege der Stadt Osnabrück sich von Peta zu einer Bevormundung von Kindern und Jugendlichen habe drängen lassen, sei nicht akzeptabel.

Für den niedersächsischen Anglerverband äußerte Präsident Werner Klasing sein Unverständnis: „Die ethischen Bedenken der Stadt Osnabrück können wir weder fachlich noch menschlich nachvollziehen.“ Klasing forderte die städtischen Entscheidungsträger auf, sich öffentlich klar zum Angeln und zu dessen erzieherischem Wert für Kinder und Jugendliche zu bekennen. „Wir erwarten eine umgehende Wiederaufnahme der Angel-Aktionen in das diesjährige und zukünftige Ferienpassprogramm als Teil dieses Bekenntnisses“, betonte der Angler-Präsident. Sein Verband wolle gerne fachlich beraten, um etwaige Bedenken zu zerstreuen.

Der FDP-Politiker Moritz Gallenkamp nannte die städtische Entscheidung in der Neuen Osnabrücker Zeitung einen „großen Fehler“. Durch das Angeln würden Kinder an die Natur herangeführt und ihnen werde vermittelt, was es heiße, die Natur zu respektieren. Es seien „gerade die Angler, die sich um die Gewässer und den Besatz der Gewässer kümmern und nicht Peta“, unterstrich Gallenkamp.

Den Schauplatz Osnabrück hatte die Tierrechtsorganisation bereits im Sommer 2016 für ihren Feldzug gegen das Angeln genutzt. Damals zeigte Peta den Leiter einer Ferienpass-Aktion an und warf ihm einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor (wir berichteten). Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jedoch ein. In den vergangenen Monaten sorgte insbesondere die Peta-Kampagne gegen Angel-AGs an deutschen Schulen für Aufsehen. Die Tierrechtler verlangten mit standardisierten Anschreiben von Schulleitern, keinen Angelunterricht mehr anzubieten (wir berichteten). Als „unsachlich, verwerflich und geschmacklos“ kritisierte der Rheinische Fischereiverband dieses Vorgehen (wir berichteten).

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