Nötiger Fangschuss erhitzt die Gemüter

Fuchs in freier Wildbahn

Symbolbild: Lothar Zuehlke

In Berlin ist es am Wochenende zu einem unglücklichen Zwischenfall gekommen. Ein Förster musste einen verletzten Fuchs töten. Das Problem: Das Tier saß im Gebüsch eines belebten Freibads. Nach Angaben der Bild-Zeitung soll der Fuchs apathisch und dehydriert gewesen sein. Tierrettung und Polizei wurden sofort verständigt – die Beamten riefen außerdem einen Förster. „Seine Vorderpfoten waren vermutlich gebrochen. Der Förster sah kaum eine Überlebenschance“, sagt ein Sprecher der Polizei. Deshalb tat der Jäger, was in solchen Fällen getan werden muss. Im Sinne des Tierschutzes wurde das Tier von seinen Qualen erlöst.

Der Fall hat allerdings einen entscheidenden Haken. Der Fuchs war wohl zahm und galt als Maskottchen. Er wurde „Fuchsi“ genannt und konnte gestreichelt werden. Das macht den Fall umso emotionaler und reißerischer. Im kostenfreien Artikel von Bild-Online dreht sich deshalb vor allem alles um traurige Kinder, die „Albträume bekämen“, und empörte Eltern. Erst im kostenpflichtigen Artikel wird detaillierter über den Fall gesprochen. Der Hamburger Stadtjäger Ewald Pape wird zum Beispiel gefragt, ob der Fuchs erschossen werden musste. Pape antwortet mit einem klaren „Ja“. Und ergänzt: „Um das Leiden des Tieres so kurz wie möglich zu halten.“ Auch die Möglichkeit einer Tötung außerhalb des Schwimmbads sieht Pape eher kritisch: „Dann hätte man ihn einfangen oder eine Kastenfalle aufstellen müssen. Für den Fuchs wäre dies eine unnötige Stresssituation.“

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