Nilgans-Abschuss: Jäger zieht Zwischenbilanz

Über den Abschuss der Nilgänse im Frankfurter Brentanobad wurde lange gestritten. Der für das Freibad beauftragte Jäger Axel Seidemann ist vorerst zufrieden.

Nilgans

Foto: Nikiko

Da die Liegewiesen des Brentanobads voll mit Kot waren, der positiv auf Salmonellen getestet wurde, gab die Stadt Frankfurt im vergangenen September die Jagd auf Nilgänse im Brentanobad frei (wir berichteten). Die Maßnahme war offenbar erfolgreich: Wie hessenschau.de nun berichtet, konnte der zuständige Jäger Axel Seidemann die Vögel vorerst vom Freibadgelände vertreiben. Dem Bericht zufolge erlegte Seidemann vom Zeitpunkt der Abschussfreigabe bis Mitte Januar insgesamt sechs Tiere.

Zusätzlich habe ein Hund dabei geholfen, die Nilgänse zu vergrämen – so hätten sie gelernt, dass das Gelände für sie nicht sicher ist. Wo die Gänse jetzt leben, kann Seidemann nicht sagen. Eventuell haben sie am Frankfurter Mainufer eine neue Bleibe gefunden. Zuletzt hatte Seidemann auf dem Brentanobad-Gelände nur noch zwei bis drei Gänsepaare gesehen – kein Vergleich zum Sommer, als sich dort regelmäßig um die 100 Tiere einfanden.

Aktuell ist das Schwimmbecken aufgrund von Bauarbeiten fast leer. Seidemann warnt daher: „Wir müssen dranbleiben.“ Man müsse abwarten, wie sich die Tiere verhielten, wenn das Becken wieder gefüllt ist. Das Problem lasse sich nicht über Nacht lösen.

Das gemeinsame Ziel der Stadtverwaltung und des Jägers war es, so wenige Vögel wie möglich zu töten – das scheint vorerst gelungen zu sein. Um die verbliebenen Nilgänse zu vergrämen, habe der Jäger zuletzt nur noch einige Male Warnschüsse in den Boden abgegeben und dabei türkisfarbene Kleidung getragen, wie auch die Bademeister im Frankfurter Freibad. So sollen die Vögel die Farbe mit Gefahr verknüpfen und dem Gelände in Zukunft fernbleiben.

Das Fleisch der Gänse hat Axel Seidemann dem Artikel zufolge selbst verspeist, zumindest die Brüste. Den Rest hätten seine Frettchen als Futter bekommen. Von der Tierrechtsorganisation Peta, die wegen des geplanten Gänse-Abschusses Anzeige gegen den Jäger und die Jagdbehörde erstattet hatte, hat Seidemann „nie mehr etwas gehört“. Ebenso blieb der Protest weiterer Tierschützer gegen die Bejagung erfolglos (wir berichteten).

Auch im nahegelegenen Darmstadt hatten Naturschützer im vergangenen Oktober heftige Kritik geübt, als die Behörden die Jagd auf Nilgänse erlaubt hatten (wir berichteten). Dort hatte sich die Kot-Problematik an einem Badesee ebenfalls immer weiter verschlimmert, sodass der Bürgermeister zum letzten Mittel griff – der Jagd. Aus Darmstadt vermeldet hessenschau.de ebenfalls einen ersten Erfolg: Hier wurden wie in Frankfurt sechs Tiere geschossen, und auch die restlichen Vögel scheint man durch die Jagd vorerst vergrämt zu haben.

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