Niedersächsische Wiesenvögel trotzen dem Trend

Nach dem erfolgreichen Haselhuhn-Wiederansiedlungsprojekt in Thüringen (wir berichteten) gibt es erneut erfreuliche Neuigkeiten für alle Vogelfreunde. Diesmal geht es um die Wiesenvögel, die weltweit zu den besonders vom Aussterben bedrohten Vogelarten zählen. In einem Naturschutzgebiet in Niedersachsen haben sich die Bestände der Wiesenvogelarten insgesamt stabilisiert. Das hat eine Bestandserhebung ergeben, teilte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit.

Die Ergebnisse der Erhebung, die im Naturschutzgebiet der Fehntjer Tief Niederung durchgeführt wurde, kommen durchaus überraschend, herrschten in den vergangenen Monaten doch teilweise sehr widrige Wetterbedingungen in dieser Gegend. Die gute Situation der Vögel lasse sich besonders am Beispiel der Leitart Uferschnepfe erkennen, sagt Uwe Mosig von der Naturschutzstation Fehntjer Tief in Lübbertsfehn. Der Bestand der Schnepfenvögel habe sich in dem gut 2.340 Hektar großen Vogelschutzgebiet seit 2007 mit konstant etwa 100 Revierpaaren stabilisiert. „Ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass diese Art landesweit deutlich zurückgegangen ist", freut sich Mosig.

Die Kiebitze kamen mit den feuchten Wetterbedingungen dagegen nicht so gut klar wie die Uferschnepfe. Der Grund: Wegen der regnerischen Witterung konnte die Mahd der Flächen nicht optimal erfolgen, das vom Kiebitz benötigte kurzrasige Wiesengelände konnte somit nicht ausreichend bereitgestellt werden. Etwa 50 Kiebitz-Paare weniger als im Vorjahr waren die Folge. Dennoch rechnet der NLWKN bei dieser Art mit einer „stabilen Entwicklung“. 

Etwas weniger optimistisch sind die Experten hingegen bei der Bekassine, deren Bestand gesunken ist – und das trotz guter Brutbedingungen im Naturschutzgebiet. Dieser rückläufige Trend sei allerdings in ganz Deutschland zu beobachten, erklärt Mosig. Der Rückgang scheint also nicht auf einzelne Gebiete und deren Beschaffenheit zurückzuführen zu sein. Für die Großen Brachvögel gibt es unterdessen bessere Neuigkeiten; die Zahl der Revierpaare ist 2016 bis auf 60 angestiegen. Insgesamt bescheinigt der NLWKN den Wiesenvögeln in dem Naturschutzgebiet eine "gute Lage". 

Mit ihren feuchten Grünlandkomplexen bietet die Fehntjer Tief Niederung Brutvogelgemeinschaften eine optimale Heimat. Das Naturschutzgebiet zählt zu zwölf Projektgebieten in Niedersachsen, die seit 2011 von der EU gefördert werden und die die Optimierung der Lebensräume für Wiesenvögel in Vogelschutzgebieten zum Ziel haben. Um die Entwicklungsmaßnahmen bewerten zu können, werden durch die Naturschutzstation jährlich Bestandserfassungen der Wiesenvogelarten durchgeführt.

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