Niedersachsen: Kormoran soll weiter bejagt werden

Noch vor wenigen Jahren wehrten sich die Grünen gegen die Kormoranverordnung – jetzt stimmten sie im Landtag sogar für die Verlängerung.

Kormorane

Der Kormoran soll in Niedersachsen auch weiter zeitweise bejagt werden. Nachdem der Umweltausschuss Ende September grünes Licht gegeben hatte (wir berichteten), entschied jetzt der Landtag mit großer Mehrheit. Die Kormoranverordnung wurde damit um drei Jahre verlängert. Allerdings gibt es kleinere Änderungen.

Für Fischer ist er ein riesiges Problem – der Kormoran. Der Vogel gilt in der EU als „besonders geschützt“, seine Bestände haben sich in den letzten Jahren allerdings stark stabilisiert. Jeder Kormoran frisst täglich rund 500 Gramm Fisch, verletzt bei seiner Jagd allerdings weitere Tiere. Und so bleibt den Fischern am Ende oft nur ein schwach gefülltes Netz. Dementsprechend schwer tun sich Teichwirte mit dem Vogel (wir berichteten).

Um finanzielle Ausfälle abzumildern, gelten in einigen Bundesländern Sondergenehmigungen für die Jagd auf die Vögel (wir berichteten) – wie zum Beispiel in Niedersachsen. In den nächsten drei Jahren dürfen Kormorane zwischen dem 1. August und 31. März bejagt werden, allerdings nur an Gewässern mit Fischereirecht und Teichwirtschaft. Ab sofort müssen außerdem alle Abschüsse registriert und dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeldet werden. So soll überprüft werden können, wie wirksam die Verordnung ist. Brütende Tiere, dürfen dagegen nicht bejagt werden.

Obwohl die Grünen einst gegen die Verordnung und damit gegen die Jagd waren, stellte jetzt der Grüne Umweltminister Stefan Wenzel fest, dass bisher keine negativen Auswirkungen auf den Kormoranbestand erkennbar seien. Stattdessen habe die Verordnung bei der Abwendung von wirtschaftlichen Schäden geholfen.

Unglücklich mit der Entscheidung des Landtags bleibt Holger Buschmann vom Nabu. Der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte er: „Keine wissenschaftliche Untersuchung konnte bisher Schäden an der Fischfauna natürlicher Gewässer nachweisen. Eine Bedrohung von heimischen Fischarten kann also nicht als Begründung für die Komoranverfolgung herhalten.“

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