Niedersachsen: Jäger sehen Jagdrechtsänderungen kritisch

Landesjägerschaft fordert Verbesserungen beim geplanten Schießnachweis und bei bleifreier Munition.

Hochsitz

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Die niedersächsische Jägerschaft sieht die von der rot-grünen Landesregierung angestrebten Änderungen am Jagdrecht teilweise kritisch. Laut einem Bericht der Braunschweiger Zeitung fordern die Jäger sowohl beim Verbot bleihaltiger Munition als auch beim geplanten Schießnachweis noch Verbesserungen. Dass die Verwendung von Schalldämpfern künftig erlaubt werden soll, begrüßt die Jägerschaft als Beitrag zum Gesundheitsschutz. Am Mittwochnachmittag berät der Landtagsausschuss für Landwirtschaft über die geplanten Änderungen.

Der Sprecher der Landesjägerschaft (LJN), Florian Rölfing, sagte dem Bericht zufolge, bei bleifreier Munition müsse sichergestellt sein, dass sie genau so tierschutzgerecht töte wie die bisher verwendete Munition. Außerdem müsse sie gleichermaßen hohe Sicherheitskriterien erfüllen, insbesondere beim Abprallverhalten. Erforderlich seien daher „ausreichend lange Übergangsfristen“, sagte Rölfing.

Zum Schießnachweis, den die niedersächsische Landesregierung gesetzlich verankern will, erklärte der LJN-Sprecher, dabei müsse im Gesetz sichergestellt sein, „dass es sich um einen Übungsnachweis handelt, der nicht per Verordnung verändert werden kann“. Nach den Vorstellungen des grünen Landwirtschaftsministers Christian Meyer sollen Jägerinnen und Jäger ihre Schießfertigkeiten und den sicheren Umgang mit der Waffe regelmäßig trainieren und nachweisen. „Das erhöht die Sicherheit bei der Jagd“, erklärte Meyer laut dem Zeitungsbericht. Wer in Niedersachsen in den Wäldern der Landesforsten jagen will, muss schon seit dem vergangenen Oktober einen Schießnachweis vorlegen (wir berichteten).

Zu Jahresbeginn hatte der Justiziar der Landesjägerschaft, Clemens Hons, zu den beiden Themen bereits verfassungsrechtliche Bedenken geäußert. Für den Schießübungsnachweis und die bleifreie Munition sei aus seiner Sicht der Bund zuständig. Schon damals hatte Hons jedoch laut neuepresse.de auch die Kompromissbereitschaft der niedersächsischen Jägerschaft betont.

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